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Ein Jahr DAX 40 – Fazit zu den Neuzugängen

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Vor ziemlich genau einem Jahr wurde der deutsche Leitindex DAX erweitert. Es kamen 10 neue Unternehmen hinzu, so dass die Anzahl der Titel im DAX sich von 30 auf 40 erhöht hat. Neben der Erweiterung, wurden auch die Auswahlkriterien zur Aufnahme in den DAX verschärft. Dieser Schritt war die notwendige Reaktion auf die Wirecardpleite, die das Vertrauen in die Finanzaufsicht und den DAX beschädigt haben. Andererseits erhoffte sich die Deutsche Börse den Leitindex DAX durch die Erweiterung auf 40 Unternehmen attraktiver zu gestalten. Der DAX war schon immer ein sehr zyklischer Index, der eine hohe Gewichtung im Bereich Automobile und Industrie hatte. Von daher war ein Facelift für den Index durchaus angebracht, auch wenn die neuen Unternehmen nur einen geringen Einfluss auf die Performance des DAX haben.

In meinem Beitrag vor einem Jahr habe ich meine Meinung und ein Ranking zu den 10 Neuzugängen erstellt. In diesem Beitrag schauen wir erneut auf die 10 Unternehmen und blicken auf meine Einschätzung von vor einem Jahr zurück.

Einschätzung vor einem Jahr

Bei meiner Einschätzung der 10 Unternehmen standen natürlich ganz andere Themen im Mittelpunkt als es heute der Fall ist. Damals war die Coronapandemie das alles bestimmende Thema und der Herbst bzw. Winter stand mit einer weiteren drohenden Infektionswelle im vor der Tür. Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht verwunderlich, dass ich Unternehmen aus dem Medizintechnik Bereich (Sartorius und Siemens Healthineers) relativ weit vorne vermutet habe. Auch Zalando und Puma habe ich als mögliche Profiteure der damaligen Situation gesehen.

Heute sieht die Welt ganz anders aus, da mittlerweile der Krieg in der Ukraine, die Energiepreise und die hohe Inflation die Märkte bestimmen. Dies führt uns nochmals vor Augen, wie schnell und unvorhersehbar sich das Blatt an der Börse wenden kann.

PlatzUnternehmen
1Sartorius
2Zalando
3Puma
4Siemens Healthineers
5Qiagen
6Symrise
7Porsche Holding SE
8Brenntag
9Airbus
10HelloFresh
Mein Ranking September 2021

Ein Jahr DAX 40

Bevor wir zu den 10 neuen Titeln kommen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Entwicklung des gesamten DAX. Dieser hat in den vergangenen 12 Monaten 18,6% verloren und liegt etwa 23% unterhalb seines Allzeithochs. Schon der Jahresstart war alles andere als gut und in den Folgemonaten ging es aufgrund der zuvor erwähnten Entwicklungen kontinuierlich abwärts.

Entwicklung des DAX in den letzten 12 Monaten
12 Monatsperformance DAX

Kommen wir nun zu den 10 DAX Titeln, die vor einem Jahr hinzugekommen sind. Alle Werte mussten in den letzten 12 Monaten Verluste hinnehmen und nur Qiagen und Symrise performten besser als der DAX. Der beste Neuling war Qiagen mit einem Minus von 5%, was auf Jahressicht jedoch nur zu Platz 10 im DAX gereicht hat. Insgesamt konnten die Neulinge somit nicht überzeugen. Dies ist jedoch etwas zu relativieren, da sich neue DAX Unternehmen häufig zunächst etwas schwer tun. Die Aussicht in den DAX aufzusteigen sorgt in der Regel für steigende Kurse, was sich unter anderem durch die notwendigen Anpassungen in den DAX ETFs erklären lässt.

Mit HelloFresh muss eines der 10 neuen DAX Unternehmen am kommenden Montag den Leitindex schon wieder verlassen. Nach den hohen Kursverlusten von über 70% ist die Marktkapitalisierung so weit gesunken, dass das Unternehmen durch Siemens Energy ersetzt wird. Größter Verlierer war hingegen Zalando mit einem Minus von 77%. Die hohe Bewertung war nach einem Gewinnrückgang und einer Stagnation beim Umsatz nicht mehr zu rechtfertigen.

Platz UnternehmenPerformance Platz DAX
1Qiagen– 5 %10
2Symrise– 18 %15
3Airbus– 20 %17
4Porsche Holding SE– 21 %19
5Siemens Healthineers– 22 %21
6Brenntag– 24 %22
7Sartorius– 31 %24
8Puma– 43 %32
9HelloFresh– 71 %39
10Zalando– 77 %40
12 Monats Performance

Blicke ich auf meine Einschätzung von vor einem Jahr zurück, muss ich zugeben, dass ich ziemlich daneben lag. Lediglich die Einschätzung zu HelloFresh war zutreffend. Dies zeigt, wie schwer es ist auf kurzfristige Sicht an der Börse zu agieren. Für Werte, die heute noch vielversprechend wirken, kann es morgen schon wieder ganz anders aussehen. Dennoch gehe ich davon aus, dass die Unternehmen, die ich im vergangenen Jahr am aussichtsreichsten eingeschätzt habe, langfristig eine gute Performance erzielen können.

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