Fortinet

Kurzbeschreibung

Das Unternehmen Fortinet stammt aus den USA und hat seinen Hauptsitz in Sunnyvale mitten im kalifornischen Silicon Valley. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2000 durch die beiden Brüder Ken und Michael Xie, die heute immer noch an der Spitze des Unternehmens stehen. Beide besitzen noch etwas mehr als 7% Anteile an Fortinet, so dass man es durchaus noch als gründergeführtes Unternehmen bezeichnen kann. Im Jahr 2009 folgte dann der Börsengang an der NYSE. Mittlerweile arbeiten weltweit mehr als 8.000 Mitarbeiter für Fortinet. Das Hauptgeschäftsgebiet ist die Entwicklung und der Vertrieb von Software und zugehörigen Dienstleistungen im Bereich der Informationssicherheit. Dazu zählen beispielsweise Antivirenprogramme, Firewalls, Intrusion Detection oder Endpunktsicherheit. Als eines der wenigen Unternehmen deckt Fortinet mit seinen Produkten die gesamte Bandbreite im Bereich der Informationssicherheit ab.

Kennzahlen Fortinet (20.12.2020)

WKN: A0YEFE
Gewinnwachstum 10 Jahre: 26,7 % p.a.
Umsatzwachstum 10 Jahre: 23,1 % p.a.
KGV20e: 44
Dividendenrendite: —
Marktkapitalisierung: 18,5 Mrd. €

Geschäftsmodell

Bevor wir uns das Zahlenwerk von Fortinet ansehen, werfen wir einen Blick auf das Geschäftsmodell und die Produkte. Fortinet ist ein sehr breit aufgestelltes Unternehmen das quasi den kompletten Bereich der Informationssicherheit abdeckt. Dabei werden sowohl Hardware- als auch Softwarelösungen eingesetzt. Das wohl bekannteste Produkt ist die FortiGate Reihe in der verschiedene Sicherheitsfunktionalitäten wie Firewalls, Intrusion Detection/Prevention, Webfilter oder Antispam- und Antimalware-Programme. Mittlerweile wird auch FortiGate sowohl physikalisch als auch als virtuelle Lösung angeboten und läuft mit dem FortiOS Betriebssystem.

Die Kunden nutzen die Produkte von Fortinet in vielen verschiedenen Bereichen. Neben den klassischen Anwendungsbereichen wie z.B. Netzwerkadministration sind die Produkte von Fortinet in vielen Zukunftsbranchen gefragt. Dazu zählen beispielsweise SmartFactories, IoT-Lösungen, ConnectedCars oder Cloudanbindungen. Neben der reinen Entwicklung und Vertrieb der Produkte bietet Fortinet auch noch weitere Dienste an. Dazu zählen insbesondere Fortbildungen und Zertifizierungen im Bereich der Informationstechnologie.

Umsatzverteilung

Fortinet erzielt seine Umsätze in zwei verschiedenen Bereichen. Im Jahr 2019 stammten etwa 63 % der Umsätze aus dem Service und Dienstleistungsbereich und 37 % aus dem Verkauf von Produkten. Im aktuellen Geschäftsjahr hat sich diese Verteilung fortgesetzt. Seit Anfang 2019 konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr jeweils um etwa 20% gesteigert werden. Dabei ist zu beobachten, dass der Umsatz im Service Bereich deutlich stärker gewachsen ist als der Produkt Bereich. Das Geschäft wächst aktuell stabil weiter, wie in der Tabelle an den bereits in Rechnung gestellten („billings“) Aufträgen zu sehen ist. Die geographische Umsatzverteilung bleibt seit einiger Zeit auch relativ unverändert. Im amerikanischen Raum werden etwa 42% des Konzernumsatzes erzielt, in Afrika & Europa etwa 38% und die restlichen 20% in Asien.

Quelle: Q3 2020 Präsentation Fortinet

Auch bei einem Blick auf die Gewinne und die Margen lässt sich eine erfreuliche Entwicklung feststellen. Sowohl bei der Brutto- als auch bei der operativen Marge konnten Zuwächse verzeichnet werden. Für das dritte Quartal 2020 lag die operative Marge mittlerweile bei über 27%. Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch in einem stetig steigenden Gewinn wieder.

Fortinet hat die Corona Pandemie sehr gut überstanden, da Themen wie Cybersecurity plötzlich in den Fokus gerückt sind. Viele Unternehmen mussten von jetzt auf gleich ihre Digitalisierung beschleunigen um ihr Geschäft weiter betreiben zu können. Davon konnte Fortinet natürlich profitieren, da die entsprechenden Netzwerke, Zugänge oder Clouds abgesichert werden mussten.

Finanzsituation

Die allgemeine Finanzsituation von Fortinet sieht ziemlich positiv aus. Der Gesamtverschuldung von 2,5 Mrd. $ stehen sowohl eine Cash Position von 1,5 Mrd. $ und ein erwarteter FreeCashflow von 867 Mio. $ für 2020 gegenüber. Daher wäre theoretisch möglich, dass Fortinet seine gesamte Verschuldung innerhalb von 3 Jahren tilgen könnte. Dies sind extrem gute Kennzahlen, welche die eine sehr gute finanzielle Lage im Unternehmen bestätigen.

Chancen / Investmentgedanken

Fortschreitende Vernetzung und Digitalisierung

Die offensichtliche Investmentidee bei Fortinet ist natürlich die immer weiter fortschreitende Vernetzung und Digitalisierung. Dieser Trend hat bereits vor einigen Jahren eingesetzt und wurde durch die Corona Pandemie zusätzlich noch beschleunigt. Dies führt somit nach einem steigenden Bedarf an Lösungen und Produkten im Bereich der Informationssicherheit. Aktuell beträgt die Größe allein dieses Marktes etwa 55 Mrd. $ und wird bis 20124 auf schätzungsweise 78 Mrd. $ anwachsen. Davon sollte Fortinet als einer der Marktführer in diesem Segment profitieren können. An den steigenden Margen ist auch zu erkennen, dass das Geschäftsmodell von Fortinet sehr gut skalierbar ist und die Profitabilität bei steigender Nachfrage weiter zunimmt..

Mit der fortschreitenden Digitalisierung steigen natürlich auch die Zahl der Cyberangriffe. In den letzten Jahren gab es eine Vielzahl von erfolgreichen Attacken, die auch groß in den Medien thematisiert wurden. Insbesondere im Bereich der Geheimdienste und des Militärs ist ein Schutz vor Cyberangriffen essentiell wichtig. Ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass zukünftig militärische Konflikte nicht mehr mit Soldaten und Waffen ausgetragen werden, sondern eher durch Hacker und Cyberangriffe.

Innovationskraft

Seit der Gründung im Jahr 2000 hat sich Fortinet extrem innovativ gezeigt. Dies lässt sich nicht nur an der gewachsenen Produktpalette ablesen, sondern vor allem an Patenten die das Unternehmen angemeldet hat. Momentan besitzt Fortinet 702 unterschiedliche Patente und hat noch 192 Anträge ausstehend. Im Vergleich zur Konkurrenz sind dies beeindruckende Zahlen. Beispielsweise besitzen Palo Alto Networks oder FireEye jeweils unter 300 Patenten. Dies spricht für die enorme Innovationskraft von Fortinet, die mit den Patenten zusätzlich ihr Geschäft schützen können. Die Fähigkeit neue Lösungen und Produkte zu entwickeln wird auch in Zukunft sehr wichtig sein. Es wird immer wieder neue Bereiche geben, die vernetzt und abgesichert werden müssen.

Risiken

Sicherheitslücken im Produkt

Die Kunden von Fortinet legen höchsten Wert auch die Sicherung ihrer Systeme. Falls es trotz des Einsatzes der Produkte von Fortinet zu erfolgreichen Hackerangriffen kommt, wäre dies für das Unternehmen durchaus problematisch. Solche Sicherheitslücken können nie ganz ausgeschlossen werden und wären je nach Einsatzort für den Kunden und damit auch für Fortinet fatal. Im schlimmsten Fall führt dies nicht nur zu einem Reputationsverlust, sondern auch zu möglichen Schadensersatzforderungen. Für ein Unternehmen im Bereich der Cybersecurity ist der Ruf enorm wichtig. In der Vergangenheit hat es immer wieder solche Fälle gegeben, so dass dies in Zukunft nicht auszuschließen ist.

Konkurrenzprodukte

Auf der einen Seite ist es sehr erfreulich, dass Fortinet über ein sehr großes Produktportfolio verfügt, aber in manchen Fällen ist dies ggf. zu viel. Beispielsweise könnten Konkurrenzunternehmen mit kleineren Lösungen für spezielle Anforderungen punkten. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Unternehmen, die sich auf sehr spezielle Lösungen ausgerichtet hat. Dies kann man beispielsweise im Cloudbereich beobachten. Falls Kunden nur nach einer kleinen Lösung für ein bestimmtes Problem suchen, könnten diese eventuell eher auf andere Unternehmen zurückgreifen. Neben den vielen kleinen Unternehmen gibt es natürlich auch weitere große Konkurrenten. Der Markt im Bereich der Cybersecurity ist durchaus umkämpft, so dass Fortinet sich nicht ausruhen darf.

Aktuelle Bewertung Fortinet (20.12.2020)

Von dem ersten Coronaschock im März konnte sich Fortinet schnell wieder erholen und konnte bereits schnell wieder ein neues Allzeithoch markieren. Das Geschäft profitiert tendenziell von der Krise, da viele Unternehmen kurzfristig ihre Vernetzung und Digitalisierung vorantreiben mussten. Das Unternehmen ist seit einiges Jahren sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz auf einem starken Wachstumskurs. Seit Jahren werden hier Steigerungen von jährlich mehr als 20% eingefahren. Dies spiegelt sich auch natürlich in einem hohen KGV wieder, der aufgrund des Wachstums gerechtfertigt erscheint.

Bei einem Blick auf die Bewertung nach historischen KGV zeigt sich aktuell eine recht faire Bewertung. Der durchschnittliche historische KGV (bereinigter Gewinn) der letzten Jahre liegt bei 42. Somit legt der aktuelle KGV von 44 eine durchaus faire Bewertung nahe. Es ist deutlich zu erkennen, dass der Kurs in den letzten Jahren ohne große Ausreißer immer sehr nah an seinem fairen Wert verlaufen ist. Sofern sich die Prognosen bewahrheiten sollte zukünftig eine solide Rendite erzielbar sein. Ich halte die Aktien jedenfalls für einen Kauf und habe dies auch vor einigen Wochen bereits getan.

Quelle: aktienfinder.net

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