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Universal Display

Kurzbeschreibung

Das amerikanische Unternehmen Universal Display Corporation beschäftigt sich hauptsächlich mit der Forschung und Entwicklung im Bereich der OLED-Technologie. Das Unternehmen wurde 1994 von Sherwin Seligsohn gegründet, der heute noch im Aufsichtsrat sitzt und 3% der Anteile hält. Aktuell beschäftigt Universal Display etwa 350 Mitarbeiter, die größtenteils im Hauptsitz in Ewing im Bundesstaat New Jersey arbeiten. Seit 2007 leitet CEO Steven Abramson das Unternehmen, nachdem sich der Gründer Sherwin Seligsohn altersbedingt aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat. Bereits kurz nach der Gründung erfolgte im Jahr 1996 der Börsengang. Seitdem ist Universal Display an der New Yorker Börse NASDAQ gelistet.

Kennzahlen Universal Display (Stand: 29.10.2021)

WKN: 917585
Gewinnwachstum 10 Jahre: 52,7 %
Umsatzwachstum 10 Jahre: 25,3 %
KGV21e: 42
Dividendenrendite: 0,43 %
Marktkapitalisierung: 7 Mrd. €

Unternehmensübersicht

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell von Universal Display basiert auf organischen Leuchtdioden, die allseits unter dem Namen OLED bekannt sein sollten. Dabei befasst sich Universal Display mit der Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von OLEDs für den Einsatz bei Displays und Festkörperbeleuchtungen. Zu beachten ist dabei, dass Universal Display kein Hersteller von OLEDs ist und keine eigene Produktion betreibt. Daher setzt Universal Display schon immer auf die Lizenzierung seiner Technologie und lässt andere Hersteller die Produkte produzieren. Die bisher erfolgreichen Entwicklungen spiegeln sich auch in den etwa 5.000 Patenten wieder über die Universal Display weltweit verfügt.

Die Zielgruppe im OLED Bereich sind natürlich hauptsächlich Hersteller von Smartphones, Smartwatches, Tablets, Laptops und Fernsehgeräten. In den folgenden beiden Grafik befinden sich ein paar konkrete Beispiele in denen die OLED-Technologie eingesetzt wird. Dies dient dazu zu begreifen wie groß der Markt, in dem Universal Display agiert, insgesamt ist.

Quelle: Q3 Investor Presentation
Quelle: Q3 Investor Presentation

OLED-Technologie

An dieser Stelle möchte ich ein paar Hintergrundinformationen zur OLED-Technologie und den neusten Entwicklungen von Universal Display geben. Unter Fachleuten ist es ziemlich umstritten ob jetzt OLED, LED, LCD usw. die beste Technologie ist. Daher lasse ich diese Diskussion außen vor.

Die wichtigste Komponente bei der OLED-Technologie ist der sogenannte Emitter, der elektrischen Strom in sichtbares Licht umwandelt. Diese können dann als roter, blauer oder grüner Pixel wahrgenommen werden. Dabei gibt es drei Ansätze zwischen denen unterschieden werden muss: Fluoreszenz, Phosphoreszenz und thermisch aktivierte verzögerte Fluoreszenz (kurz: TADF). Bisher wird größtenteils auf den Ansatz mit der Fluoreszenz gesetzt. Universal Display hat es nun geschafft mit UniversalPHOLED eine Alternative auf den Markt zu bringen, die als Basis den Ansatz über Phosphoreszenz verwendet. Dies bietet den großen Vorteil einer besseren Energieeffizienz. Bisher wandeln herkömmliche OLEDs nur etwa 25% der Energie in Licht um und der Rest geht als Wärme verloren. Mit UniversalPHOLED wird nahezu 100% der Energie in Licht umgewandelt. Neben der gesteigerten Energieeffizienz wird auch die Temperatur reduziert, was zu einer längeren Lebensdauer der Geräte führt.

Abschließend noch ein einfaches Beispiel für den Unterschied beim Aufbau zwischen einem OLED und einem LCD Fernseher. Einerseits sind OLED Displays wesentlich dünner und benötigen auch kein Hintergrundlicht. Dies bietet ebenfalls Energie-Vorteile und auch der Produktionsprozess wird vereinfacht.

Quelle: Q3 Investor Presentation

Umsatz- und Gewinnentwicklung

Sowohl die Entwicklung vom Umsatz als auch die des Gewinns war in den letzten Jahren sehr erfreulich. Lediglich im letzten Jahr kam es im Zuge der Coronakrise nur zu einer minimalen Umsatzsteigerung und zu einem stagnierenden Gewinn. Für das aktuelle Jahr sieht es hingegen wieder sehr gut aus. Man erwartet, dass der Umsatz von 429 Mio.$ im Jahr 2020 um 30% auf 558 Mio.$ gesteigert werden kann. Beim Gewinn sieht sogar noch besser aus. Hier erwartet man einen Anstieg von 133 Mio.$ (2020) um 47% auf 195 Mio.$. Da Universal Display keine eigenen Produktionsstandorte betreibt, können auch sehr hohe Margen erzielt werden. Die operative Marge liegt bei etwa 44% und die Nettomarge bei etwa 35%.

Bei der Verteilung des Umsatzes wird schnell deutlich, dass dieser vor allem in Südkorea und China erzielt werden. Dies liegt natürlich daran, dass dort mit Samsung, LG, Xiaomi usw. viele der Kunden von Universal Display ansässig sind. Außerdem werden viele Endprodukte bzw. deren Displays von Firmen in diesen beiden Ländern gefertigt.

RegionUmsatzanteil
Südkorea61,3%
China33,1%
USA3,4%
Japan1,7%
Rest0,4%
Umsatz nach Region 2020

Finanzen

Die finanzielle Situation von Universal Display ist als exzellent anzusehen. Den zinstragenden Schulden in Höhe von 16 Mio.$ steht ein Cashbestand von 733 Mio.$ gegenüber. Zusätzlich verfügt man noch über eine jährliche Tilgungskraft in Höhe von 106 Mio.$. Damit kann das Unternehmen als schuldenfrei und äußerst liquide eingestuft werden. Es ist genügend Kapital für die Ausweitung der Forschung und Entwicklung oder für Zukäufe vorhanden. Seit einigen Jahren wird auch eine kleine Dividende ausgeschüttet, die jährlich deutlich gesteigert wurde. Etwas untypisch für amerikanische Unternehmen ist, dass Universal Display aktuell trotz der starken finanziellen Situation keine Aktienrückkäufe tätigt. Es bleibt auf jeden fall spannend, wie die zukünftigen Pläne mit dem Cashüberschuss aussehen.

Quelle: aktienfinder.net

Investmentgedanken / Chancen

Trend Richtung OLED-Technologie

Bisher hat sich die OLED-Technologie noch nicht so richtig durchgesetzt. Erst in den letzten Jahren konnte man beobachten, dass es einen Trend hin zur OLEDs entwickelt hat. Beispielsweise kann man bei Smartphones und TV-Geräten klar erkennen, dass immer mehr Geräte mit OLED Displays ausgestattet werden. Dies liegt natürlich an den Vorteilen der OLED-Technologie, die wir gleich noch einmal zusammenfassen. Vor allem der hohe Kostenfaktor konnte in den letzten Jahren immer weiter minimiert werden. Blickt man in das Produktportfolio der großen Hersteller wie Apple, Samsung, LG, oder Xiaomi wird deutlich, dass immer mehr Geräte auf OLED setzen. Es ist davon auszugehen, dass dieser Trend sich weiter fortsetzen wird. Vor allem da noch viele Geräte auf ältere Technologien setzen.

OLED Vorteile

Im Laufe der Analyse wurden bereits einige Vorteile aufgeführt, die nun noch einmal zusammengefasst werden. Aus meiner Sicht der größte Vorteil liegt in der höheren Energieeffizienz. Dies spart nicht nur kostbare Energie, sondern verlängert beispielsweise auch die Laufzeit von Smartphones oder Tablets. Auch im Hinblick auf Klimaziele sind energieeffiziente Geräte und Beleuchtungen von großen Interesse. Mit der neuen UniversalPHOLED Entwicklung geht Universal Display genau in die richtige Richtung. Außerdem bieten OLEDs gesundheitliche Vorteile für den Menschen, da das Licht besser für die Augen, da weniger blaues Licht emittiert wird. Dieses blaue Licht kann zu Schlafproblemen, Kopfschmerzen und Ermüdung der Augen führen. Für die Hersteller bieten OLEDs auch neue Möglichkeiten beim Design und in der Verarbeitung, da eine viel höhere Flexibilität im Vergleich zu anderen Technologien vorliegt. So können faltbare Smartphones oder ausrollbare Displays zukünftig die Regel werden.

Innovationskraft

Eines der wichtigsten Erfolgsgaranten für Universal Display war schon immer die Innovationskraft. Da man ja auf eine eigene Produktion verzichtet, benötigt man Technologien für die es sich aus Kundensicht lohnt Lizenzgebühren zu bezahlen. Dies geht nur über hochwertige und einzigartige Produkte. In der bisherigen Firmengeschichte hat man gezeigt, dass man mit der Forschungsarbeit sehr erfolgreich ist. Die Vielzahl an Patenten und Neuentwicklungen untermauern dies auch noch einmal. Durch die sinkenden Kosten und der weiteren Verbesserung der OLED-Technologie wird man für viele Anwendungen immer interessanter. Ob mit UniversalPHOLED oder mit transparenten bzw. biegsamen OLED Displays scheint man gefragte Innovationen für die Zukunft auf den Markt zu bringen.

Risiken

Geringere Lebensdauer

Neben den hohen Kosten war bisher eines der Hauptprobleme der OLED-Technologie ihre geringere Lebensdauer. Im Vergleich zu den anderen langlebigeren Alternativen wirkt dies natürlich für potenzielle Käufer abschreckend. Das Hauptproblem liegt in den blauen Farbpixeln, die ihre Leuchtkraft mit der Zeit verlieren. Teilweise sinkt die Leuchtkraft nach 20.000 Stunden Betriebsdauer auf etwa 50% ab. In den meisten Fällen ist dies zu vernachlässigen, da die wenigsten Geräte über so einen langen Zeitraum genutzt werden. Außerdem schreitet auch hier die Entwicklung voran, so dass dies zukünftig kein limitierender Faktor mehr sein dürfte. Dennoch muss sich dieses Wissen beim Endkunden erst noch verbreiten und akzeptiert werden.

Abhängigkeit in der Produktion

Auf der einen Seite ist das Geschäft von Universal Display hochprofitabel, da man keine eigene Produktion finanzieren muss. Anderseits begibt man sich dadurch auch in eine große Abhängigkeit. Man muss den Produzenten vertrauen, dass diese in der Lage sind die Aufträge abzuarbeiten. Ansonsten verdient Universal Display auch keine Lizenzgebühren. Aktuell kann man auch sehr gut die Gefahren dieses Geschäftsmodells erahnen. Weltweit laufen die Lieferketten noch nicht wieder richtig rund, es herrscht ein Mangel an Halbleitern sowie einigen Rohstoffen und die Rohstoffpreise steigen rasant. Dieses Umfeld ist Gift für das Geschäft von Universal Display. Das hat sich auch in der Vergangenheit schon gezeigt, dass das Geschäftsmodell tendenziell relativ zyklisch ist. Dennoch konnte man immer profitabel arbeiten. Außerdem produzieren einige der Hersteller in China, was zu einem zusätzlichen politischen Risiko führt.

Konkurrenz bzw. Eigenproduktion

Natürlich ist Universal Display nicht das einzige Unternehmen in der OLED Branche. Andere Hersteller, die ebenfalls viele Patente halten, sind Eastman Kodak, DuPont oder General Electric. Universal Display hat zwar eine starke Marktposition sowie wichtige Patente, aber dennoch muss man sich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Außerdem gab es auch schon Gerüchte bzw. Ankündigungen, dass beispielsweise Apple versucht die Entwicklung der Displays ihrer Hardware wieder in die eigene Hand zu nehmen. Dies wäre für Universal Display natürlich ein großer Rückschlag. Gleiches Bestrebungen könnten auch bei anderen großen Kunden entstehen, so dass die starke Marktposition in Gefahr wäre. Nach aktuellem Stand ist dies in naher Zukunft jedoch noch nicht denkbar, aber trotzdem sollte die weitere Entwicklung in diesem Bereich beobachtet werden.

Aktuelle Bewertung Universal Display (Stand: 12.08.2022)

Fundamentale Bewertung

In den vergangenen Jahren war die Aktie von Universal Display auf Achterbahnfahrt. Es ging stetig steil bergauf und bergab. Aktuell befinden wir uns seit dem Allzeithoch Ende 2020 wieder auf Talfahrt. Fundamental ist die Aktie relativ schwer zu bewerten, da in der Vergangenheit das KGV aufgrund des hohen Wachstums ziemlich hoch lag. Als faires KGV habe ich einen Wert von 30 angesetzt, da die Wachstumsstory weiterhin aktiv ist und in den vergangenen 10 Jahren der Gewinn im Schnitt um 35% gesteigert werden konnte. Aktuell ist die Aktie mit einem KGV von 32 bewertet und Analystenschätzungen gehen für Ende 2022 von einem KGV von 30 aus. Die Aktie wäre somit nach diesem Modell momentan in etwa fair bewertet. Wie bereits zuvor erwähnt sind erst 2024 größere Sprünge zu erwarten. Gehen die Analystenschätzungen auf, wäre eine jährliche Rendite von etwa 22% pro Jahr zu erwarten.

Fairer Wert Universal Display nach KGV
Quelle: aktienfinder.net

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Technische Analyse Universal Display

Seit Anfang 2021 befindet sich die Aktie auf Wochensicht in einem Abwärtstrend. Aus technischer Sicht war das Rutschen unter das Coronatief im Juli ein sehr schlechtes Zeichen. Hier wurde der langfristige Aufwärtstrend sogar auf Monatsbasis gebrochen. Zwar konnte der Kurs sich schnell wieder fangen, aber das Signal ist trotzdem ernst zu nehmen. Unterhalb des Coronatiefs befindet sich die nächste Unterstützung von 2018 bei rund 80$. Werfen wir nun einen Blick in den Tageschart wo es kurz- bis mittelfristig hingehen kann.

Technische Analyse von Universal Display im Wochenchart.
Wochenchart Universal Display

Im Tageschart sieht es auch noch nicht wirklich rosig aus, aber es könnte ein erstes Anzeichen einer Bodenbildung geben. In den vergangenen Wochen hat sich eine inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation ausgebildet (blau eingezeichnet), die auf eine Trendumkehr hoffen lässt. Folgt nun ein Ausbruch über die 130$ Marke wäre ein Anstieg zunächst Richtung 140$ und dann weiter auf bis zu 170$ denkbar. Falls das aktuelle Niveau nicht gehalten werden kann sollte der Bereich zwischen 100$ und 105$ nicht mehr unterschritten werden. Ansonsten droht ein Rücksetzer bis zur nächsten Unterstützung bei 80$.

Technische Analyse der Universal Display Aktie im Tageschart
Tageschart Universal Display

Fazit zur Universal Display Aktie

Wie viele andere Unternehmen leidet auch Universal Display im Vertrieb von OLEDs unter der Inflation, Materialknappheit und den Lieferengpässen. Das Wachstum hat sich etwas eingetrübt und die kurzfristigen Aussichten sind eher durchwachsen. Dennoch halte ich die Aktie von Universal Display weiterhin für hoch interessant. Spätestens 2024 könnte es einen weiteren Wachstumsschub geben, der die Aktie wieder antreiben könnte. Langfristig gehe ich davon aus, dass die OLED Technologie weiter auf dem Vormarsch sein wird und Universal Display davon profitieren kann. Aus technischer Sicht sieht es für die Aktie wieder etwas besser aus, wobei ich aufgrund der durchwachsenen kurzfristigen Aussichten von einer Investition zum jetzigen Zeitpunkt absehen würde. Für langfristige Investoren würde sich ggf. ein Sparplan anbieten, um für die kommenden Jahren eine Position aufzubauen. Ich werde meine Position weiterhin halten und ggf. via Sparplan ausbauen.