Beyond Meat

Kurzbeschreibung

Das amerikanische Unternehmen Beyond Meat wurde 2009 von Ethan Brown gegründet. Ethan Brown ist auch heute noch der CEO und besitzt aktuell noch etwa 2,5% der Anteile am Unternehmen. Wie allseits bekannt sein sollte hat sich Beyond Meat auf die Herstellung von veganen Fleischersatzprodukten auf pflanzlicher Basis spezialisiert. Momentan beschäftigt Beyond Meat etwa 700 Mitarbeiter in den verschiedenen Standorten. Der Hauptsitz des Konzerns befindet sich in El Segundo in Kalifornien. Seit Mai 2019 ist Beyond Meat an der New Yorker Börse gelistet und hat einen der am meisten beachteten IPOs des Jahres hingelegt.

Kennzahlen Beyond Meat (28.03.2021)

WKN: A2N7XQ
Gewinnwachstum 5 Jahre: —
Umsatzwachstum 5 Jahre: 116,9% p.a.
KUV21e: 14
Dividendenrendite: —
Marktkapitalisierung: 7,3 Mrd. €

Unternehmensübersicht

Wie bereits in der Einleitung erwähnt basiert das Geschäftsmodell auf der Herstellung von Fleischersatzprodukten. Am bekanntesten sind Hierzulande wahrscheinlich die Burger Patties, die unter dem Namen Beyond Burger angeboten werden. Mittlerweile ist das Produktportfolio angewachsen und das Unternehmen verkauft Ersatzprodukte für Rindfleisch, Schweinefleisch und Geflügel. Die Produkte sind in verschiedenen Kategorien zu erwerben wie z.B. Beyond Burger, Beyond Sausage, Beyond Beef, Beyond Meatballs oder Beyond Pork.

Die Produkte von Beyond Meat sind mittlerweile weltweit in 80 verschiedenen Ländern erhältlich. Seit dem Börsengang im Jahr 2019 hat sich die Anzahl der Supermärkte und Restaurants, in denen Waren von Beyond Meat angeboten werden, von 31.000 auf 122.000 etwa vervierfacht.

Produktion

Die Produktion fand bisher hauptsächlich in zwei Werken am Hauptsitz den USA statt. Im Jahr 2020 eröffnete Beyond Meat weitere Produktionsstandorte in Shanghai und den Niederlanden. Dadurch soll das Wachstum auf dem europäischen und chinesischen Markt beschleunigt werden. Bisher war die Belieferung dieser Märkte aus den USA heraus relativ aufwändig.

Interessant an dieser Stelle ist auch welche Zutaten Beyond Meat für die Produktion verwendet. Die Hauptzutaten sind Wasser, Erbsenproteine, pflanzliche Öle und verschiedene Gewürze und Aromen. Die Zusammensetzung unterscheidet sich natürlich bei den verschiedenen Produkten. Besonders hervorzuheben ist auch der hohe Proteingehalt der Produkte, der beispielsweise auf dem gleichen Level wie Hackfleisch ist. Der entscheidende Produktionsschritt ist die Extrusion, wobei die vermischten Zutaten unter Dampf gekocht und in die gewünschte Form gepresst werden.

Umsatz- und Gewinnentwicklung

Der Umsatz von Beyond Meat lässt sich in zwei Bereiche unterteilen. Zum einen gibt es das Retail Geschäft wo die Produkte in verschiedenen Supermärkten direkt an den Endkunden verkauft werden. Andererseits gibt es noch den Bereich Foodservice in dem die Produkte von Beyond Meat über Restaurants oder Fastfoodketten vertrieben werden. Ein kleiner Überblick der bekanntesten Partner der beiden Bereich findet sich in der folgenden Übersicht. In den letzten 5 Jahren konnte der Umsatz im Schnitt jährlich mehr als verdoppelt werden (+ 116%). Zu einem ersten kleinen Dämpfer kam coronabedingt im vergangenen Jahr. Zwar konnte der Umsatz von 298 Mio $ im Jahr 2019 auf 407 Mio. $ gesteigert werden, aber bei einem genaueren Blick in die Zahlen zeigt sich, dass nicht alles rund lief.

Quelle: Beyond Meat Q4 Presentation

Wegen der Coronapandemie und der damit verbunden weltweiten Schließungen von Restaurants ist der Umsatz im Bereich Foodservice zurückgegangen. Dies gilt sowohl für die USA (-14%) als auch international (-45 %). Dies führte zu einem deutlich geringeren Umsatzwachstum im Gesamtjahr 2020. Trotzdem konnte der Umsatz aufgrund des erfolgreichen Retail Geschäfts gesteigert werden. Dort verdoppelte sich der Umsatz sowohl in den USA als auch im internationalen Bereich. Der Bereich Foodservice sollte im aktuellen Jahr wieder besser laufen, da viele Restaurants langsam zur Normalität zurückkehren können. Vor der Krise konnte hier sogar der Umsatz jährlich mehr als verdreifacht werden.

Quelle: Beyond Meat Q4 Presentation

Bisher konnte Beyond Meat noch keinen Gewinn erwirtschaften. Die Gewinnschwelle ist zwar in Sichtweite, wurde aber durch die Coronakrise wahrscheinlich in das Jahr 2022 verschoben. Dort sehen die Analysten erstmalig schwarze Zahlen.

Finanzen

Momentan ist die finanzielle Situation von Beyond Meat als solide zu bezeichnen. Den zinstragenden Schulden von 40 Mio. $ steht eine Cashposition von etwa 159 Mio. $ gegenüber. Allerdings lässt sich auch sofort erkennen, dass der Cashbestand im letzten Jahr deutlich zurückgegangen ist gegenüber dem Vorjahr (ca. 276 Mio. $). Dies ist zum einen auf die Coronakrise zurückzuführen und zum anderen auf den Ausbau der Produktion in China und den Niederlanden. Falls die Coronakrise dieses Jahr überwunden werden sollte, sieht es für Beyond Meat finanziell relativ gut aus. Kommt es zu weiteren Einschränkungen und zu einem schmelzenden Cashbestand, könnte weiteres Kapital notwendig sein.

Quelle: http://aktienfinder.net

Investmentgedanken / Zukunftsaussichten

Nachhaltige Nahrungsmittelproduktion

Durch das weltweite Bevölkerungswachstum nimmt der Bedarf an Nahrungsmittel kontinuierlich zu. Dies ist vor allem im Bereich der Fleischindustrie ein Problem, da diese nicht besonders nachhaltig ist. Nach Unternehmensangaben ist die Herstellung der Fleischersatzprodukte wesentlich ressourcenschonender als die normale Fleischproduktion. In Zahlen ausgedrückt:

  • 99 % weniger Wasserverbrauch
  • 93 % geringerer Bedarf an Flächen
  • 90 % weniger Treibhausgas Emissionen
  • 46 % weniger Energiebedarf.

Da der Trend zu deutlich mehr Nachhaltigkeit geht, wird Beyond Meat eine sehr starke Marktposition einnehmen können. Die Zahl der vegetarisch lebenden Menschen ist weltweit steigend, so dass auch dies zu positiven Effekten bei der zukünftigen Nachfrage führen kann. Auch die Bemühungen den Klimawandel zu stoppen sollten in die Karten von Beyond Meat spielen.

Kooperationen

Wie zuvor bereits beschrieben ist Beyond Meat nicht nur im Einzelhandel vertreten, sondern auch Zulieferer für diverse Restaurants und Fastfoodketten. Hier hat es Beyond Meat in den letzten Jahren geschafft durch Kooperationen immer weiter in den Markt vorzudringen. Dabei wurden teilweise für namhafte Partner neue Produkte entwickelt und in verschiedenen Lokalitäten getestet.

Bereits seit 2019 testet KFC in vielen Restaurants vegane Chicken Nuggets von Beyond Meat. Ebenfalls seit 2019 wird die Beyond Sausage bei allen amerikanischen Dunkin Donots Filialen angeboten. Im vergangenen Februar konnte eine Vereinbarung über 3 Jahre für eine strategische Partnerschaft mit McDonalds erzielt werden. Dabei wird Beyond Meat zum bevorzugten Lieferanten für den neuen McPlant. Außerdem wurde dieses Jahr auch bekanntgegeben, dass Taco Bell plant die Produkte von Beyond Meat einzusetzen. Diese kurze Liste zeigt bereits, dass die Nachfrage nach den Produkten von Beyond Meat steigt. Auch die steigende Bekanntheit der Marke Beyond Meat könnte für einen weiteren Schub bei den Kooperationen geben.

Innovation

In der Vergangenheit hat Beyond Meat bereits bewiesen ein äußerst innovatives Unternehmen zu sein. Die Qualität der produzierten Produkte scheint sehr gut beim Kunden anzukommen. Bei der Markteinführung waren die neuen Kreationen von Beyond Meat häufig direkt ausverkauft. Auch die verschiedenen Produktneuheiten sprechen für die Innovation des Unternehmens, so dass man zukünftig mit weiteren Erfolgsprodukten rechnen kann. Im Vergleich zur Konkurrenz investiert man deutlich höhere Beträge im Bereich Forschung und Entwicklung. In den letzten Jahren waren es etwa 8% des eigenen Umsatzes, der dafür aufgewendet wurde.

Risiken

Fehlender Profitabilitätsnachweis

Beyond mit ist zwar ein Unternehmen in einem sehr aussichtsreichen Zukunftsmarkt, hat aber bisher noch keinen Gewinn erzielen können. In den letzten Jahren stand am Ende jeweils ein Verlust zu Buche. Mit dem Blick auf die aktuelle finanzielle Situation lässt sich dieses Spiel nicht beliebig lange weiter fortführen. Das Potential für ein profitables Geschäft ist anscheinend durchaus vorhanden. Eine Bruttomarge von etwa 30% ist in der Lebensmittelindustrie als eher überdurchschnittlich anzusehen. Somit bleibt abzuwarten wann der erste Gewinn ausgewiesen werden kann oder ob dieser durch Investition oder Marketing aufgefressen wird.

Wachstumsbremse durch Corona

Bei der Betrachtung der Umsätze haben sich die Auswirkungen der Coronapandemie bereits gezeigt. Durch die viele geschlossenen Restaurants und Fastfoodketten ist der Umsatz in diesem Bereich natürlich deutlich zurückgegangen. Zwar ist ein Ende der Beschränkungen abzusehen, aber auch in diesem Jahr wird es einen gewissen Einfluss auf die Umsätze geben. Die Gastronomie wird wahrscheinlich erst 2022 wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Außerdem bleibt abzuwarten, ob es unter den Gastronomen noch zu Insolvenzen kommt, die ebenfalls das Wachstum von Beyond Meat verlangsamen könnten. Die Krise kam leider zu einem relativ ungünstigen Zeitpunkt und hat Beyond Meat definitiv Kapital und Wachstum gekostet.

Konkurrenz

Der Lebensmittelmarkt ist weltweit ziemlich groß und somit gibt es eine Menge möglicher Konkurrenten. Viele der etablierten Unternehmen wie Nestle, KraftHeinz oder Tyson Foods bieten mittlerweile ebenfalls vegetarische Fleischerstzprodukte an. Dazu kommen dann auch noch viele weitere kleine Unternehmen, die zusätzlich in den Markt drängen. Momentan scheint Beyond Meat sich noch von vielen Konkurrenten von der Qualität her absetzen können. Ob dies zukünftig so bleiben wird steht natürlich in den Sternen. Von Vorteil ist mit Sicherheit die starke Marke, die sich ausschließlich auf pflanzliche Ersatzprodukte spezialisiert hat.

Aktuelle Bewertung Beyond Meat (28.03.2021)

Da das Unternehmen noch keine Gewinne schreibt, ist meine übliche Bewertung nach dem historischen KGV nicht möglich. Daher werde ich auch hier wieder eine fundamentale und technische Betrachtung durchführen.

Fundamentale Bewertung

Für das aktuelle Geschäftsjahr 2021 liegt das erwartete KUV bei etwa 14 und für das kommende Jahr bei etwa 9. Im Vergleich zur Nahrungsmittel Branche ist das ein relativ hoher Wert. Hier sind Werte im niedrigen einstelligen Bereich üblich. Demgegenüber steht natürlich ein enormes Umsatzwachstum, das eine höhere Bewertung durchaus rechtfertigt. Der Weg zur Gewinnschwelle ist auch nicht mehr weit, da zuletzt viel Kapital in den Produktionsausbau und in die Entwicklung geflossen ist. Fundamental betrachtet ist Beyond Meat natürlich ein spekulatives Investment, bei dem schon einiges an zukünftigen Wachstum eingepreist ist. Somit ist die Aktie aktuell aus meiner Sicht relativ teuer.

Technische Bewertung

Technisch betrachtet sieht es weiterhin eher positiv für die Beyond Meat Aktie aus. Nach einem fulminanten Börsenstart ging von Juli 2019 bis zum Tiefpunkt während des Coronacrashes deutlich abwärts. Seitdem konnte sich die Aktie erholen und läuft seit Mai 2020 seitwärts. Die wichtigste Zone für die Aktie liegt im Bereich zwischen 115 und 120$. Hier wurde das Zwischenhoch vor der Coronakrise ausgebildet und die Zone fungiert seit Mai 2020 als starke Unterstützung, die bereits dreimal gehalten hat. In diesem Bereich verläuft auch das 61,8 Fibonacci-Retracement, so dass ein Bruch dieser Zone den weiterhin aktiven mittelfristigen Aufwärtstrend brechen würde. So lange die Aktie oberhalb notiert bin ich weiterhin bullish gestimmt. Somit sprechen aus technischer Sicht Kurse oberhalb von 115$ für eine Fortsetzung des Aufwärtstrendes.

Technische Analyse Beyond Meat

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