Datagroup

Kurzbeschreibung

Die Datagroup ist ein deutscher IT-Dienstleister mit Hauptfokus auf die Digitalisierung mittelständischer Unternehmen. Mit dem modularen Boxsystem CORBOX können Kunden ihre jeweils benötigten IT-Services an die Datagroup outsourcen und sparen sich damit eine oftmals teure IT-Abteilung bzw. IT-Infrastruktur. Die angebotenen IT-Services umfassen beispielsweise einen Service Desk, SAP-Systeme, Cloudlösungen oder IT-Security.

Kennzahlen (11.10.2020)

WKN: A0JC8S
Gewinnwachstum 5 Jahre: 5,41%
Umsatzwachstum 5 Jahre: 19,18%
KGV20e: 39
Dividendenrendite: 1,51%
Marktkapitalisierung: 387 Mio. €

Investmentgedanken / Zukunftsaussichten

Fortschreitende Digitalisierung
Die fortschreitende Digitalisierung ist in nahezu allen Branchen und Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Dabei existiert jedoch in vielen Bereichen noch einen immensen Nachholbedarf, wie z.B. in der öffentlichen Verwaltung oder in kleineren Betrieben. Daher sehe ich für die Datagroup aufgrund ihres einfachen und modularen IT Baukasten noch ein enormes Wachstumspotential in den kommenden Jahren.

Aufbau eigener IT-Abteilungen sind kostspielig
Für kleine und mittelständische Unternehmen ist es oftmals nicht profitabel eine eigene IT-Abteilung zu betreiben bzw. aufzubauen. Oftmals fehlt es an der notwendigen Expertise oder es mangelt an entsprechenden Fachkräften. Dafür bildet die öffentliche Verwaltung wieder ein gutes Beispiel. Aufgrund der festgeschriebenen Vergütungsstruktur ist es schwer entsprechende IT-Fachkräfte in den öffentlichen Dienst zu locken. Für diese ist es lukrativer in der freien Wirtschaft von den besseren Gehältern zu profitieren. Auch kleine Unternehmen können sich die entsprechenden IT-Fachkräfte nicht leisten. Dies ist in der Regel nur für große oder mittelständische Konzerne möglich.

Möglicher Burgraben durch Kundenbindung
Getreu dem Motto „Never touch a running System“ ist eine einmal installierte IT-Infrastruktur in der Regel nicht ohne großen Aufwand austauschbar. Daher ist von einer recht starken Bindung eines gewonnenen Kunden auszugehen. Dadurch ergeben sich auch bei Bestandskunden weitere Wachstumsmöglichkeiten, da weitere Dienste aus dem Baukasten von Datagroup hinzugebucht werden können.

Risiken

Mögliche Konkurrenz
Der Markt für Digitalisierungslösungen wird in Zukunft hart umkämpft sein. Aktuell ist die Datagroup im deutschsprachigen Raum mit teilweise recht lang laufenden Verträgen gut aufgestellt. Dennoch besteht natürlich immer die Möglichkeit, dass es einen günstigeren, ggf internationalen Mitbewerber geben wird.

Viele Zukäufe
In den letzten Jahren wurden einige Unternehmen durch Datagroup übernommen. Dies birgt natürlich immer ein gewisses Risiko,da die Bilanz mittlerweile einiges an Goodwill aufweist. Außerdem ist unklar, ob sich für jede Übernahme die gewünschten Synergieeffekte und Vorteile einstellen werden.

Konjunktur
Die Folgen der Coronakrise werden sich mit Sicherheit auch bei Datagroup bemerkbar machen. Insgesamt ist das Geschäft abhängig von der deutschen Wirtschaft, die aktuell nicht die besten Aussichten zeigt. Sollte es zu einer langanhaltenden Wirtschaftskrise kommen, werden die Budgets der Kunden schrumpfen. Zusätzlich wäre auch das Neukundengeschäft betroffen, da mögliche Investitionen aufgrund von Sparmaßnahmen aufgeschoben werden könnten.

Aktuelle Bewertung (Stand 11.10.2020)

Der Aktienkurs hat sich nach dem Coronacrashs zunächst wieder erholen können. Nach den durchwachsenen Zahlen und einem unsicheren Ausblick hat die Aktie wieder nachgegeben und notiert wider in der Nähe des Coronatiefs. Bei der Bewertung anhand des historischen KCVs (durchgezogene Linie) und des bereinigten KGVs (gestrichelte Linie) scheint die Aktie aktuell deutlich überbewertet zu sein. Für dieses Jahr ist die Bewertung aufgrund des Gewinnrückgans relativ schwierig. Bereits für das kommende Geschäftsjahr wird wieder mit einem deutlich besseren Ergebnis gerechnet. Ob dadurch die aktuelle Bewertung gerechtfertigt ist, bleibt in jedem Fall fraglich.

Ich bin momentan eher pessimistisch was das Potential der Aktie angeht. Die zwei Szenarien, die sich für mich ergeben, laufen jedenfalls nicht auf eine deutlich Erholung hinaus. Falls die aktuellen Probleme nicht zeitnah zu lösen sind, werden weitere Kursverluste folgen. Auf der anderen Seite gibt es wenig Potential nach oben, wenn sich die Ergebnisse und Margen wieder verbessern. In diesem Fall würde die Aktie zu ihrer fairen Bewertung zurückkehren. Langfristig gehe ich davon aus, dass sich das Unternehmen gut entwickeln wird. Kurz- bis mittelfristig würde ich die Aktie als haltenswert einstufen.

Quelle: aktienfinder.net

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