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MOWI

Kurzbeschreibung

Mowi ASA (ehemals Marine Harvest ASA) ist ein norwegisches Unternehmen, dass sich auf die Produktion von Zuchtlachs spezialisiert hat. Dabei deckt das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette von der Zucht über die Verarbeitung bis zum Verkauf ab. Der Ablauf ist in Regel immer sehr ähnlich wobei die Lachszucht zunächst in kleinen Süßwasserbecken und später in großen Fischfarmen im offenen Meer erfolgt. Diese Fischfarmen sind mittlerweile weltweit über 27 Länder verteilt, um Produktionsrisiken zu minimieren.

In seiner jetzigen Form existiert das Unternehmen seit 2006, nachdem es zu einem Zusammenschluss von Pan Fish ASA, Marine Harvest EV und Fjord Seafood kam. Mittlerweile arbeiten weltweit über 14.000 Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen von Mowi. Aktuell sind die größten Anteilseigner der norwegische Staatsfond (10%) und der norwegische Geschäftsmann John Fredriksen (14,4%).

Kennzahlen Mowi (Stand 03.01.2021)

WKN: 924848
Gewinnwachstum 5 Jahre: 13,8%
Umsatzwachstum 5 Jahre: 8,4%
KGV20e: 60
Dividendenrendite: 0,83%
Marktkapitalisierung: 9,4 Mrd. €

Unternehmensübersicht

Umsatz- & Gewinnverteilung

Bislang wird nahezu der gesamte Umsatz (97 %) aus der Verkauf von Fisch erzielt. Dabei werden etwa 59 % direkt an den Endkunden und 38 % auf dem Weltmarkt verkauft. Der restliche Umsatz stammt beispielsweise aus dem Futterverkauf. Bei den angebotenen Produkten handelt es sich hauptsächlich um Räucherlachs (51 %) und ganzen Lachs (39 %). Im Jahr 2019 wurde etwa zwei Drittel des Umsatzes in Europa erzielt, weitere 21 % in Amerika und 9 % in Asien. Somit ist Europa aktuell noch der wichtigste Markt für Mowi.

Die Umsatzentwicklung im Jahr 2020 ist natürlich extrem durch die Coronakrise beeinflusst worden. Die wichtigste Kenngröße für den Umsatz vom Mowi ist der Lachspreis am Weltmarkt. Da der Preis Schwankungen unterliegt, kann man Mowi durchaus als zyklisches Unternehmen betrachten, obwohl das Geschäftsmodell anderes vermuten lässt. Während der Coronakrise gab es einen weiteren Rückgang beim Lachspreis, da die Nachfrage von Restaurants oder Hotels deutlich zurückgegangen ist. Zwar konnte Mowi im Jahr 2020 mehr Lachs als im Vorjahr produzieren, aber durch den niedrigen Lachspreis war das Ergebnis dennoch schlechter als im Vorjahr. Somit erwartet man für das Jahr 2020 einen stagnierenden Umsatz und einen Einbruch von 66 % beim Gewinn. Aus diesem Grund ist die Dividende in diesem Jahr vorerst ausgesetzt.

Lachspreis 2018 -2020 (Quelle: Q3 Präsentation MOWI)

Konkurrenz

Neben Mowi agieren auch weitere Unternehmen im Bereich der Lachsproduktion, die mit Mowi konkurrieren. Zu den bekanntesten zählen Bakkafrost und SalMar, die in jedem Fall beachtet werden sollten. Im Bereich der Lachsproduktion besteht natürlich kein direkter Burggraben. Der Aufbau eines Burggrabens ist nur durch Know-how und Qualität möglich. Aktuell ist Mowi sicherlich der Weltmarktführer in der Produktion von Zuchtlachs. Trotzdem ist diese Position nicht in Stein gemeißelt und lässt sich nur durch weiterhin gute Arbeit festigen.

ProduzentVolumen in 1.000 Tonnen
Mowi435
SalMar166
Bakkafrost65
Produktionsvolumen 2019

Finanzen

Insgesamt ist Mowi finanziell solide aufgestellt. Zum Ende von Q3 stand einer Verschuldung von etwa 3 Mrd. € ein Eigenkapital von 2,7 Mrd. € gegenüber. Auch durch die ausgesetzt Dividende konnte Mowi seine finanzielle Situation stärken. Bei einem Blick auf den Free Cashflow der letzten Jahre wird deutlich, dass dem Unternehmen genug Mittel zufließen. Dennoch sollte erwähnt werden, dass in den letzten Jahren die Schulden etwas angewachsen sind.

Investmentgedanken / Zukunftsaussichten

Steigende Nachfrage

Vieles deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach Lachs in Zukunft steigen wird. Die weiter zunehmende Weltbevölkerung und die damit verbundene Lebensmittelnachfrage bilden dafür die Grundlage. Außerdem nimmt der weltweite Wohlstand zu, so dass sich immer mehr Menschen hochwertigere Nahrungsmittel leisten können. Dies gilt insbesondere im asiatischen Raum, wo der Fischkonsum kulturell bedingt sowieso recht hoch liegt. Dort erzielt Mowi aktuell etwa nur 9 % seiner Umsätze, so dass hier noch ein weiteres Wachstum möglich ist. Mowi hat dieses Potenzial bereits erkannt und hat erste Produkte in China platziert.

Neben dem Bevölkerungswachstum zeigt sich auch ein höheres Gesundheitsbewusstsein innerhalb der Bevölkerung. Fisch gilt im Allgemeinen als ein sehr gesundes Lebensmittel. Laut Studien sollen insbesondere die Omega-3-Fettsäuren den Blutdruck und das Risiko eines Herzinfarktes senken. Außerdem enthält Fisch viel Eiweiß und keine Kohlenhydrate was ebenfalls für eine ausgewogene Ernährung wichtig ist.

Klima- & Umweltschutz

Ein großes Thema bei der Fischzucht ist heutzutage die Nachhaltigkeit. Viele Weltmeere gelten mittlerweile als überfischt und der Fang wird durch Quoten beschränkt. Aus Sicht der Nachhaltigkeit ist somit die Produktion von Zuchtlachs in Farmen eine gute Alternative zum herkömmlichen Fischfang. Trotzdem ist zu beachten, dass das Betreiben von Fischfarmen auch in der Kritik steht (siehe dazu auch die Risiken weiter unten).

Außerdem ist die Produktion von Zuchtlachs klimafreundlicher als die Produktion von Fleisch. In der Produktion wird pro Kilogramm Lachs weniger CO2 freigesetzt als beim Fleisch und zusätzlich ist weniger Futter notwendig. Im Zuge des Klimawandels sind diese Punkte für die Zukunft durchaus wichtig. Falls sich auch eine CO2 Steuer im Bereich der Nahrungsmittelproduktion durchsetzen sollte, wird dies von Vorteil sein.

Qualitätssteigerung

Mowi ist bestrebt die Qualität seiner Produkte immer weiter zu verbessern. In den letzten Jahren lag die Investitionsquote bei beachtlichen 7,5%, die in die Forschung und den Ausbau der Produktionsstätten fließen. Auch in der Produktion ist man bemüht die Qualität weiter zu steigern. Beispielsweise werden die Fische nicht mehr mit Medikamenten behandelt, sondern stattdessen geimpft. Anscheinend hat man aus den Krankheiten in der Vergangenheit in einigen Lachsfarmen gelernt und versucht einen möglichen Produktionsausfall zu verhindern. Außerdem versucht Mowi die Qualität durch gentechnischen veränderten Lachs zu erhöhen. Dies steht zwar auch in der Kritik, aber in Zukunft wird es nicht möglich sein die Weltbevölkerung ohne solche Maßnahmen zu ernähren.

Risiken

Abhängigkeit vom Lachspreis

Wie bereits im oben beschrieben ist der Umsatz und Gewinn sehr stark vom Lachspreis abhängig. Bereits seit Ende 2019 leidet Mowi unter den gefallenen Lachspreisen, deren Verfall sich während der Coronakrise nochmal fortgesetzt hat. Diese Schwankungen sind normal und als Investor muss man sich dieser zyklischen Abhängigkeit bewusst sein. Aktuell befindet sich der Lachspreis auf einem 5-Jahres-Tief und zeigt erste Tendenzen sich zu konsolidieren. Als Weltmarktführer hat Mowi natürlich gewisse Möglichkeiten den Lachspreis durch Erhöhung oder Verringerung des Volumens zu beeinflussen, aber dies hat nur relativ geringe Effekte.

Krankheiten in Lachsfarm

In der Vergangenheit hat es mehrfach Probleme und Produktionsausfälle in Lachsfarmen aufgrund von Krankheiten gegeben. Dieses Risiko liegt natürlich darin begründet, dass sich Krankheitserreger und Parasiten in den Fischkulturen wegen dem geringen Raum besser ausbreiten können. Durch die weltweite Verteilung der Farmen ist dieses Risiko natürlich etwas gemindert, aber dennoch vorhanden. Beispielsweise gab es im Jahr 2008 ein millionenfaches Fischsterben in einer Fischfarm in Chile. Dies lässt sich für dieses Geschäftsjahr auch in den Zahlen nachvollziehen. Der Umsatz stagnierte lediglich und es wurde ein großer Verlust für das Gesamtjahr ausgewiesen.

Negatives Image durch Massentierhaltung

Die großen Chance der nachhaltigen Fischproduktion stehen auch einige Kritikpunkte gegenüber. Die Fischfarmen stellen natürlich eine Art der Massentierhaltung dar, welche die Vorbeugung der Überfischung der Ozeane natürlich nicht rechtfertigen kann. Ein negatives Image kann sich auch direkt auf den Umsatz auswirken, falls die Verbraucher die Produkte von Mowi meiden würden. Außerdem gab es im Jahr 2014 eine Nominierung für den Public Eye Award. Dies ist eine „Auszeichnung“ für Unternehmen, die z.B. zur Umweltzerstörung beitragen oder eine Missachtung von Arbeitsrechten billigen.

Mittlerweile versucht Mowi diesem negativen Image entgegenzuwirken. Dazu hat man sich auf die Fahne geschrieben die „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ der UN einzuhalten. Außerdem hat man sich weitere Zeile gesetzt, die sehr genau im Jahresbericht festgehalten und der Fortschritt dokumentiert wird.

Währungsrisiken

Ein weiteres nicht zu verachtendes Risiko ist die Abhängigkeit vom Kurs der norwegischen Krone. Diese hat im Zuge der Coronakrise teilweise massiv aufgewertet, was die Exporte sehr belastet hat. Insgesamt ist seit etwa 2013 ein stetiger Aufwärtstrend der norwegischen Krone gegenüber dem Euro zu erkennen. Wenn sich dies weiter fortsetzt schlägt sich dies langfristig negativ in den Zahlen wieder, da ein Großteil der Produktion in Norwegen beheimatet ist. Gegen dieses Währungsrisiko sichern sich große Unternehmen selbstverständlich ab, was jedoch auch zu zusätzlichen Kosten führt.

Aktuelle Bewertung Mowi (Stand 12.06.2022)

Fundamentale Bewertung

Fundamental lässt sich die Mowi Aktie am besten anhand des KCVs und des bereinigten KGVs bewerten. Das durchschnittliche KCV der letzten Jahre lag bei etwa 15 und das bereinigte KGV bei etwa 20. Verglichen mit den erwarteten Werten für Ende 2022 scheint die Aktie momentan leicht unterbewertet zu sein. Im Vergleich zum aktuellen Kurs von 235 NOK läge der faire Wert nach bereinigtem KGV bei etwa 290 NOK (25% Kurspotential) und nach KCV bei rund 250 NOK (8% Kurspotential). Demnach wäre es aus fundamentaler Sicht durchaus eine Überlegung Wert die Aktie von Mowi zu kaufen. Zu beachten ist jedoch, dass für die kommenden Jahre eine Stagnation auf hohem Niveau erwartet wird. Wie wir zuvor bereits festgestellt haben hängt viel von der Entwicklung des Lachspreises ab.

Entwicklung des fairen Wertes nach KCV und bereinigtem KGV von Mowi
Fairer Wert Tomra Systems nach KCV und bereinigtem KGV
Quelle: aktienfinder.net

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Technische Analyse Mowi

Aus technischer Sicht befindet sich die Mowi Aktie im Wochenchart weiterhin in einem Aufwärtstrend. Von den Tiefs aus den Coronajahr konnte ein Anstieg auf ein Mehrjahreshoch bei rund 266 NOK verzeichnet werden. Eine starke Unterstützungszone liegt im Bereich von 200 NOK, die Anfang 2022 gepaart mit der 200 Wochenlinie Halt geboten hat. Für die Fortführung des Wochentrends sollte diese Zone nicht unterschritten werden und nach Möglichkeit sollte auch die eingezeichnete Trendlinie halten. Aktuell befindet sich die Mowi Aktie in einem kleinen Rücksetzer, der an der eingezeichneten Unterstützungszone bei rund 230-235 NOK vorerst ein Ende gefunden hat. Dies schauen wir uns nun nochmal im Tageschart an.

Technische Analyse von Mowi im Wochenchart.
Wochenchart Mowi

Im Tageschart ist zu erkennen, dass die Abwärtsbewegung vom letzten Hoch nun in einer interessanten Zone angekommen ist. Die bereits beschriebene Unterstützung bei etwa 230 NOK kombiniert mit der 200 Tagelinie und dem 61er Retracement der letzten Aufwärtsbewegung scheint vorerst gehalten zu haben. Die war auch schon im April der Fall. Daraus ergeben sich nun zwei mögliche Szenarien. Bei einem Anstieg über 250 NOK ist mit weiter steigenden Kursen und einem neuen Hoch zu rechnen. Hält die Unterstützung hingegen nicht, könnte bei Unterschreiten von 225 NOK ein Rücksetzer bis zur nächsten Unterstützung bei 200 NOK drohen.

Technische Analyse der Mowi Aktie im Tageschart
Tageschart Mowi

Fazit zur Mowi Aktie

In einem schwierigen Marktumfeld hat sich die Aktie von Mowi in den letzten Monaten sehr gut gehalten. Sofern der Lachspreis weiterhin hoch bleibt, wird Mowi weiter davon profitieren können. Sowohl aus fundamentaler als auch aus technischer Sicht bietet es sich an die Mowi Aktie zu kaufen. Wenn man etwas konservativer einen Einstieg sucht, sollte man ggf. zunächst das beschriebene bullische Szenario abwarten. Ich persönlich bin bereits seit einigen Jahren in Mowi investiert und werde meine Position halten.