Die Cybersecurity-Branche hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen und konnte den Gesamtmarkt deutlich outperformen. Einer der größten und profitabelsten Player in diesem Bereich ist Fortinet. Allerdings zeigte sich im vergangenen Jahr ein rückläufiges Wachstum beim Auftragseingang, was als Vorbote für ein schwierigeres Geschäftsjahr 2025 gedeutet werden kann. Auf diese Entwicklung bin ich in meiner letzten Analyse bereits detailliert eingegangen. Bevor wir auf die aktuelle Geschäftsentwicklung eingehen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Zahlen aus dem Jahr 2024.

Quelle: Fortinet Q4/2024 Presentation
Das Geschäftsjahr 2024 zeigte eine solide Umsatzsteigerung von 12 %, wodurch Fortinet knapp 6 Mrd. $ erwirtschaftete. Besonders beeindruckend war die Entwicklung des operativen Ergebnisses, das um über 38 % auf rund 2,1 Mrd. $ zulegen konnte. Dies wurde durch eine Verbesserung der operativen Marge von 28 % auf 35 % begünstigt. Weniger erfreulich entwickelte sich hingegen das Billing-Wachstum. Die Billings umfassen zukünftige Umsätze, die aktuell noch nicht verbucht wurden. Während in den Vorjahren Wachstumsraten von über 20 % üblich waren, verzeichnete Fortinet 2024 lediglich ein Billing-Wachstum von 2 %. Dazu später mehr.
Aktuelle Entwicklung
In den kommenden Jahren stehen für viele Fortinet-Kunden Produktneuerungen an. Während der Coronapandemie wurde durch Lockdowns das Remote-Arbeiten intensiviert, wodurch Unternehmen verstärkt in Netzwerksicherheit und Infrastruktur investieren mussten. Viele der damals installierten Firewalls nähern sich nun ihrem Supportende und müssen ersetzt werden. Dies bietet zwei Optionen: Kunden können entweder neue Fortinet-Firewalls erwerben oder auf moderne Softwarelösungen umsteigen. Angesichts der Marktdynamik ist es wahrscheinlich, dass Fortinet von dem Superzyklus aus den Jahren 2020 und 2021 erneut profitieren kann.

Quelle: Fortinet Investor Presentation
Wie bereits zuvor erwähnt, sind die Billings ein wichtiger Indikator für die zukünftige Geschäftsentwicklung. Zwischen dem dritten Quartal 2023 und dem ersten Quartal 2024 verzeichnete Fortinet einen massiven Rückgang bei den Billings. Doch nach diesem Einbruch erholte sich das Wachstum in den folgenden Quartalen kontinuierlich. Das Unternehmen scheint zuversichtlich, dass dies auch in den Folgequartalen der Fall sein wird. Ein Blick auf die Umsatzstruktur zeigt zudem, dass der Service-Bereich wesentlich konstanter wächst als das Hardware-Geschäft. Allerdings könnte der Hardware-Sektor, insbesondere durch die anstehende Erneuerungswelle, vor einem Comeback stehen.

Quelle: Fortinet Q4/2024 Presentation
Ausblick Fortinet
Für die kommenden Jahre hat sich Fortinet ehrgeizige Ziele gesetzt. Der Umsatz und die Billings sollen langfristig um 12 % jährlich wachsen, während die operative Marge weiterhin über 30 % gehalten werden soll. Zudem möchte das Unternehmen die sogenannte „Rule of 45“ erfüllen – die Summe aus Umsatzwachstum und operativer Marge soll mindestens 45 % betragen. Ein weiteres positives Signal für Investoren ist das fortgesetzte Aktienrückkaufprogramm, mit dem das Management Kapital an die Aktionäre zurückführt.

Quelle: Fortinet Investor Presentation
Fundamentale Bewertung Fortinet
Aus fundamentaler Sicht war die Aktie von Fortinet schon immer extrem hoch bewertet. Besonders in Hypephasen schoss der KGV regelrecht nach oben. Blickt man auf die vergangenen Jahre lag das bereinigte KGV der Fortinet Aktie wegen dem hohen Wachstum bei durchschnittlich 41. Aktuell notiert die Aktie von Fortinet ebenfalls bei einem bereinigten KGV von 41. Auf den ersten Blick wäre die Aktie demnach fair bewertet. Allerdings hat sich das Wachstum bei der Fortinet Aktie verlangsamt, so dass der faire Wert nach bereinigten KGV etwas tiefer liegen sollte. Aktuell halte ich die Aktie für überbewertet und sehe einen fairen bereinigten KGV bei etwa 30-35. Somit müsste die Aktie noch etwas fallen bevor sie für einen Einstieg interessant wäre.

Quelle: aktienfinder.net
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Technische Analyse Fortinet
Seit dem Börsengang von Fortinet Ende 2009 befindet sich die Aktie in einem stabilen Aufwärtstrend auf Monatsbasis. Der Kursverlauf zeichnet sich durch starke Kursrallyes und längere Korrekturphasen aus, die in der Regel eher eine Seitwärtsphase waren. So lief es zum Beispiel auch in den letzten 5 Jahren. Fortinet war einer der Coronagewinner und die Aktie vervielfachte sich. Zwischen 2022 und 2024 lief die Fortinet Aktie danach seitwärts und baute ihre fundamental hohe Bewertung durch weiteres Wachstum ab. Ende letzten Jahres brach die Aktie aus der Seitwärtsphase nach oben aus und markierte ein neues Allzeithoch. Im Zuge der Korrektur der letzten Wochen kam es dann auch bei der Fortinet Aktie zu einem Rücksetzer, den wir uns uns im Tageschart genauer ansehen.

Quelle: tradingview.com
Im Tageschart sehen wir, dass die aktuelle Korrektur vom Allzeithoch zunächst im Volumencluster bei rund 95 $ gestoppt hat. Hier hat der Kurs sich rund um den Jahreswechsel in einer Seitwärtsphase bewegt und viel Volumen gesammelt. Hier wird sich jetzt entscheiden in welche Richtung es kurzfristig weitergehen wird. Wenn die Aktie unter die Unterstützungszone bei 91$ rutscht ist ein weiterer Abverkauf bis in den Bereich zwischen 70 und 80$ sehr wahrscheinlich. Hier verläuft die Unterstützungszone aus dem Monatschart, wo sich ebenfalls ein größeres Volumencluster befindet. In diesem Bereich könnte die Fortinet Aktie sich im Falle einer Bodenbildung für einen Kauf anbieten. Dies würde auch zu der eben besprochenen fundamentalen Bewertung passen. Falls die Aktie ihr Niveau hält und wieder steigt, ergibt sich aus meiner Sicht keine Gelegenheit zum Einstieg

Quelle: tradingview.com
Fazit zur Fortinet Aktie
Fortinet ist ein hochprofitables Unternehmen in einer der wachstumsstärksten Branchen unserer Zeit. Die langfristigen Aussichten bleiben vielversprechend, allerdings ist die Aktie weiterhin ambitioniert bewertet. Aus technischer Sicht bietet sich derzeit noch kein Kauf an. Idealerweise könnte sich eine attraktive Einstiegsmöglichkeit bei einem weiteren Rücksetzer ergeben, wie ich zuvor beschrieben habe. Ich bin bereits investiert und werde meine Position weiterhin halten, während ich die Entwicklung genau beobachte – insbesondere mit Blick auf einen potenziellen Nachkauf.
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