Zum Inhalt springen

Universal Display vor Durststrecke am OLED Markt?

  • von

Vor einiger Zeit habe ich in einer ausführlichen Aktienanalyse das mir bis dahin unbekannte Unternehmen Universal Display betrachtet. Damals bin ich beim Aktien-Screening auf das Unternehmen aufmerksam geworden und habe schlussendlich sogar eine kleine Position eröffnet. Universal Display beschäftigt sich mit der Erforschung, der Entwicklung und der Vermarktung der OLED Technologie. Mit mehr als 5.000 Patenten im Bereich OLED konnte sich Universal Display eine starke Marktstellung im Sektor sichern. Das Unternehmen verfügt über keine eigene Produktion, sondern vergibt Lizenzen an Hersteller, welche die entsprechenden Produkte fertigen. Seit meiner ersten Analyse ist schon etwas Zeit vergangenen und daher werfen wir nun einen Blick auf die Quartalszahlen, die vergangene Woche erschienen sind.

Übersicht der Quartalszahlen von Universal im Vergleich zum Vorjahr
Universal Display Q2 Zahlen

Bei einem Vergleich des ersten Halbjahres 2022 mit dem Vorjahr lässt sich ein leichtes Wachstum beim Umsatz feststellen. Dieser konnte um knapp 10% auf 287 Mio.$ angehoben werden. Beim operativen Gewinn und beim Gewinn je Aktie liegt Universal Display in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Wichtig ist hervorzuheben, dass das Unternehmen weiterhin hochprofitabel arbeitet und eine operativen Marge von rund 40% erzielt. Trotzdem wirken sich die aktuellen wirtschaftlichen Probleme auch auf das Geschäft aus. Das Management hat die Umsatzprognose für das Jahr 2022 auf 600 Mio.$ senken müssen, da die Nachfrage seitens der Kunden nachgelassen hat. Zusätzlich belasten höhere Materialkosten das Ergebnis. Lagen die Materialausgaben im ersten Quartal noch knapp unter dem Niveau des Vorjahres, stiegen diese im zweiten Quartal um 20% an und sorgten für die Stagnation beim Nettoergebnis. Voraussichtlich werden diese Kosten im weiteren Jahresverlauf nicht signifikant sinken, so dass nicht von einer zeitnahen Erholung auszugehen ist.

Wird 2024 das große Jahr?

Kurzfristig belasten verschiedene Faktoren das Geschäft von Universal Display. Dennoch betont das Management, dass man vor allem ab dem Geschäftsjahr 2024 mit einem deutlichen Wachstum rechnet. Diese Zuversicht begründet sich in der Markteinführung einer neuen Technologie. Universal Display hat vor einiger Zeit einen Durchbruch im Bereich der blauen OLEDs vermelden können. Im Vergleich zu grünen und roten OLEDs lag hier die Lebensdauer deutlich niedriger. Mit dieser neuen Technologie verspricht man sich weitere Anwendungsgebiete und Marktanteile zu erschließen. Bislang wird in vielen Bereichen noch LCD Technologie eingesetzt, so dass zukünftig noch eine Menge Potential im Einsatz OLED Technologie steckt, da diese einige Vorteile bietet. Dazu zählen insbesondere die Energieeffizienz, Flexibilität und ein bessere verträgliches Licht für den Menschen.

Fundamentale Bewertung

In den vergangenen Jahren war die Aktie von Universal Display auf Achterbahnfahrt. Es ging stetig steil bergauf und bergab. Aktuell befinden wir uns seit dem Allzeithoch Ende 2020 wieder auf Talfahrt. Fundamental ist die Aktie relativ schwer zu bewerten, da in der Vergangenheit das KGV aufgrund des hohen Wachstums ziemlich hoch lag. Als faires KGV habe ich einen Wert von 30 angesetzt, da die Wachstumsstory weiterhin aktiv ist und in den vergangenen 10 Jahren der Gewinn im Schnitt um 35% gesteigert werden konnte. Aktuell ist die Aktie mit einem KGV von 32 bewertet und Analystenschätzungen gehen für Ende 2022 von einem KGV von 30 aus. Die Aktie wäre somit nach diesem Modell momentan in etwa fair bewertet. Wie bereits zuvor erwähnt sind erst 2024 größere Sprünge zu erwarten. Gehen die Analystenschätzungen auf, wäre eine jährliche Rendite von etwa 22% pro Jahr zu erwarten.

Fairer Wert Universal Display nach KGV
Quelle: aktienfinder.net

Du möchtest an der Börse einsteigen und möchtest ein Depot eröffnen?
Dann schau dir gerne meine Empfehlungen für einen passenden Broker an.


Technische Analyse Universal Display

Seit Anfang 2021 befindet sich die Aktie auf Wochensicht in einem Abwärtstrend. Aus technischer Sicht war das Rutschen unter das Coronatief im Juli ein sehr schlechtes Zeichen. Hier wurde der langfristige Aufwärtstrend sogar auf Monatsbasis gebrochen. Zwar konnte der Kurs sich schnell wieder fangen, aber das Signal ist trotzdem ernst zu nehmen. Unterhalb des Coronatiefs befindet sich die nächste Unterstützung von 2018 bei rund 80$. Werfen wir nun einen Blick in den Tageschart wo es kurz- bis mittelfristig hingehen kann.

Technische Analyse von Universal Display im Wochenchart.
Wochenchart Universal Display

Im Tageschart sieht es auch noch nicht wirklich rosig aus, aber es könnte ein erstes Anzeichen einer Bodenbildung geben. In den vergangenen Wochen hat sich eine inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation ausgebildet (blau eingezeichnet), die auf eine Trendumkehr hoffen lässt. Folgt nun ein Ausbruch über die 130$ Marke wäre ein Anstieg zunächst Richtung 140$ und dann weiter auf bis zu 170$ denkbar. Falls das aktuelle Niveau nicht gehalten werden kann sollte der Bereich zwischen 100$ und 105$ nicht mehr unterschritten werden. Ansonsten droht ein Rücksetzer bis zur nächsten Unterstützung bei 80$.

Technische Analyse der Universal Display Aktie im Tageschart
Tageschart Universal Display

Fazit zur Universal Display Aktie

Wie viele andere Unternehmen leidet auch Universal Display im Vertrieb von OLEDs unter der Inflation, Materialknappheit und den Lieferengpässen. Das Wachstum hat sich etwas eingetrübt und die kurzfristigen Aussichten sind eher durchwachsen. Dennoch halte ich die Aktie von Universal Display weiterhin für hoch interessant. Spätestens 2024 könnte es einen weiteren Wachstumsschub geben, der die Aktie wieder antreiben könnte. Langfristig gehe ich davon aus, dass die OLED Technologie weiter auf dem Vormarsch sein wird und Universal Display davon profitieren kann. Aus technischer Sicht sieht es für die Aktie wieder etwas besser aus, wobei ich aufgrund der durchwachsenen kurzfristigen Aussichten von einer Investition zum jetzigen Zeitpunkt absehen würde. Für langfristige Investoren würde sich ggf. ein Sparplan anbieten, um für die kommenden Jahren eine Position aufzubauen. Ich werde meine Position weiterhin halten und ggf. via Sparplan ausbauen.


Du willst keinen Beitrag mehr verpassen?
Dann melde dich hier für den kostenlosen Newsletter an.

Schlagwörter:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.