Der Oktober 2026 war für mein Depot ein bewegter Monat und schloss unterm Strich mit einem Plus von 0,47%. Der Start in das vierte Quartal fiel zunächst holprig aus, denn der DAX rutschte gleich am ersten Handelstag unter die Marke von 25.000 Punkten und setzte damit die Schwäche aus dem September fort. Belastend wirkte vor allem der Ölpreis, der im Monatsverlauf wieder deutlich über 100 Dollar stieg und zeitweise den höchsten Stand seit dem Frühjahr erreichte. Auslöser waren neue Angriffe im Nahen Osten, unter anderem auf eine saudische Pipeline, über die ein Teil der Ölexporte an der Straße von Hormus vorbeigeleitet wird. Damit rückten auch die Inflationssorgen wieder in den Vordergrund.
Zusätzliche Unruhe kam aus Frankreich. Die Renditen französischer Staatsanleihen stiegen auf den höchsten Stand seit über zwanzig Jahren, und der Risikoaufschlag gegenüber Bundesanleihen erreichte ein Niveau wie zuletzt während der Euro-Schuldenkrise. Begleitet von heftigen Protesten auf den Straßen wächst der Druck auf die Regierung, einen glaubwürdigen Sparkurs vorzulegen. Gestützt wurde der Markt dagegen von der Berichtssaison, die dem DAX zur Monatsmitte eine deutliche Erholung bescherte. Zum Monatsende standen dann die Notenbanken im Fokus. Die Fed ließ die Zinsen nach der Anhebung im September wie erwartet unverändert, und auch die EZB legte eine Pause ein. Für den Rest des Jahres bleibt das Bild trotzdem angespannt, denn sowohl in den USA als auch im Euroraum wird für Dezember ein weiterer Zinsschritt diskutiert. Solange der Ölpreis auf diesem Niveau verharrt und die Lage in Frankreich ungelöst bleibt, dürfte die Nervosität an den Märkten hoch bleiben.
Käufe
Im Oktober habe ich eine Aktie neu in mein Depot gekauft und zwei Nachkäufe getätigt.
CTS Eventim
Kürzlich habe ich die Aktie von CTS Eventim ausführlich analysiert. Dabei habe ich auf ein mögliches Kaufsignal hingewiesen, dass ich nun selber für einen Kauf genutzt habe. Die Aktie hat auf mittelfristiger Ebene einen Boden gebildet und auch aus fundamentaler Sicht halte ich die Aktie mit einem KGV von 20 tendenziell für leicht unterbewertet. Langfristig bin ich vom Geschäftsmodell von CTS Eventim überzeugt. Für Konzerte und Festivals geben die Menschen weiterhin gerne Geld aus. Anders als viele Softwareanbieter muss CTS Eventim dabei kaum fürchten, von künstlicher Intelligenz verdrängt zu werden. Ein Konzertabend oder ein Festivalwochenende lässt sich nicht digital ersetzen, und in einer immer virtuelleren Welt dürfte der Wert echter gemeinsamer Erlebnisse eher noch steigen.

Quelle: tradingview.com
Stryker
Die Stryker Aktie habe ich schon länger im Depot und die Position vor einigen Jahren aufgebaut. Die Aktie und das Unternehmen entwickeln sich weiter gut. Günstige Kaufchancen hat es in der Vergangenheit nur selten gegeben. Daher habe ich die aktuelle Korrektur für einen Nachkauf genutzt. Im Wochenchart hat die Aktie das 61,8er Fibonacci-Retracement erreicht. das zusätzlich mit einem Volumencluster zusammen fällt. Dort habe ich nach einer Bodenbildung im Tageschart einen Nachkauf getätigt.

Quelle: tradingview.com
Intuitive Surgical
Nachdem ich im September bereits eine erste Trance bei Intuitve Surgical gekauft habe, folgte nun im Oktober die zweite. Diese war nach Überschreiten der Marke von 432$ vorgesehen. Gegen Ende des Monats wurde die Marke per Wochenschlusskurs überboten, so dass ich die Position nun vervollständigt habe.

Quelle: tradingview.com
Verkäufe
Im Oktober habe ich eine Aktie aus meinem Depot verkauft.
Oracle
Die Aktie von Oracle stand nun schon länger auf meiner Verkaufsliste. Das Geschäftsmodell hat sich seit meiner Investition massiv verändert und nahezu komplett auf KI ausgerichtet. Die zuvor schon hohe Verschuldung wurde durch weitere Investitionen weiter erhöht. Gleichzeitig ist die Wette auf den KI Erfolg von Oracle geworden. Nach einem enormen Hype um die Aktie hatte ich meine Position bereits halbiert. Nun folgte der Verkauf der restlichen Position um Kapital für andere Investitionen frei zu machen.
Sparpläne
Bei meinen Sparplänen gab es keine Anpassungen.
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Dividenden
Im Oktober erhielt ich insgesamt 101,99 € an Dividenden von 5 Unternehmen. Saisonal ist der Oktober damit ein eher schwächerer Monat für mich. Die letzten beiden Monate versprechen wieder ein wenig höhere Zahlungen. Insbesondere die jährliche Ausschüttung meiner Basis ETFs sollte sich positiv auswirken.
Gewinner im Depot im Oktober
Im Oktober zeigte sich bei den Gewinnern ein deutlich anderes Bild als im Vormonat. Den größten Gewinn in meinem Depot erzielte ausgerechnet die Aktie von Autodesk, die im September noch die Verliererliste angeführt hatte, mit einem Plus von 24 %. Dahinter folgte Otis mit einem Zuwachs von 20 %. Erfreulich war vor allem die Entwicklung meiner Immobilienwerte, denn mit Public Storage und American Tower schafften es gleich zwei REITs unter die Top 5. Komplettiert wird die Liste von Visa mit einem Plus von 16 %.
| Autodesk | + 24 % |
| Otis | + 20 % |
| Public Storage | + 18 % |
| American Tower | + 17 % |
| Visa | + 16 % |
Gewinner Oktober 2026
Verlierer im Depot im Oktober
Auf der Verliererseite traf es diesmal einige Werte, die sich im September noch gut geschlagen hatten. Die größten Verluste gab es bei der Aktie von 2G Energy mit einem Minus von 26 %. Auch bei den Cybersecurity-Werten drehte sich das Bild, denn Fortinet und Cloudflare gaben ihre Gewinne aus dem Vormonat mehr als vollständig wieder ab. Außerdem gab es deutliche Verluste bei ServiceNow und Alphabet.
| 2G Energy | – 26 % |
| Fortinet | – 24 % |
| Service Now | – 21 % |
| Cloudflare | – 19 % |
| Alphabet | – 17 % |
Verlierer Oktober 2026
Übersicht Depot Ende Oktober 2026


Krypto Portfolio
Am Kryptomarkt fehlte im Oktober die Kraft, an die Erholung der Vormonate anzuknüpfen. Bitcoin stieg zwischenzeitlich zwar bis über 87.000 Dollar, doch der hohe Ölpreis, die Unruhe an den europäischen Anleihemärkten und die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen verhinderten einen nachhaltigen Ausbruch. Kurz vor Monatsende folgte dann ein Schlag aus der Branche selbst. Die weltgrößte Kryptobörse Binance wurde Opfer eines Hackerangriffs, bei dem Werte von rund 6,3 Milliarden Dollar betroffen sind. Es ist der bislang größte Angriff auf eine Kryptobörse, hinter dem nordkoreanische Hacker stecken sollen. Binance stoppte alle Ein- und Auszahlungen und kündigte an, sämtliche Verluste auszugleichen, die Verunsicherung schickte die Kurse dennoch spürbar nach unten. Bitcoin ging schließlich bei rund 77.500 Dollar aus dem Handel.
Insgesamt sieht der Bitcoin weiterhin solide aus, so lange wir nicht unter die Marke von 75.000 Dollar rutschen. Dann könnte es zu einer Ausweitung der laufenden Korrektur kommen. Trotzdem sieht es noch danach aus, dass eine nachhaltige Trendwende gelingen könnte. Der Angriff auf Binance zeigt auch, dass neben der Geldpolitik auch die Sicherheit der Handelsplätze ein erheblicher Risikofaktor bleibt.
In meinem Portfolio gab es im Oktober [überwiegend Gewinner/Verlierer]. Die größten Gewinner waren DODO (+35 %) und Amp (+12 %). Die größten Verluste gab es bei Chiliz (–23 %) und Axie Infinity (–24 %).



