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CTS Eventim Aktie Analyse 2026 – Bodenbildung nach dem Absturz?

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CTS Eventim war über viele Jahre einer der verlässlichsten Gewinner im MDAX. Seit dem Rekordhoch im vergangenen Jahr hat sich das Bild jedoch gedreht. Allein im ersten Halbjahr 2026 verlor die Aktie rund 35 Prozent, nach dem überraschenden Abgang des Finanzvorstands Ende September rutschte sie zeitweise bis auf gut 48 Euro ab. Inzwischen hat sie sich auf rund 62 Euro erholt, obwohl Umsatz und Gewinn die ganze Zeit zweistellig gewachsen sind.

In dieser Analyse möchte ich klären, ob die Aktie gerade einen Boden ausbildet. Dabei schaue ich mir das Geschäftsmodell genauer an und lege einen besonderen Fokus auf die Veranstaltungsstätten, die für CTS Eventim strategisch immer wichtiger werden.

CTS Eventim Aktie auf einen Blick

Aktueller Kursca. 62 €
52-Wochen-Hochca. 86 €
52-Wochen-Tiefca. 48 €
Umsatz H1 20261,51 Mrd. € (+16,9 %)
Bereinigtes EBITDA H1 2026225,4 Mio. € (+12,4 %)
EPS H1 20261,25 € (+34,2 %)
Vermarktete Tickets pro Jahrüber 300 Mio.
Marktkapitalisierungca. 6 Mrd. €
KGV (2026e)ca. 18
Dividendenrenditeca. 2,3 %

Das Geschäftsmodell von CTS Eventim

CTS Eventim steht auf zwei Säulen. Im Ticketing werden jedes Jahr mehr als 300 Millionen Tickets über Portale wie eventim.de, oeticket.com, ticketcorner.ch oder TicketOne vermarktet. In Europa ist das Unternehmen damit die klare Nummer eins, weltweit die Nummer zwei hinter Ticketmaster. Das margenstarke Ticketing liefert den Großteil des Ergebnisses.

Die zweite Säule ist das Live Entertainment. Unter dem Dach von EVENTIM LIVE sind mehr als 45 Veranstalter gebündelt, die Tourneen und über 50 Festivals wie Rock am Ring oder Hurricane organisieren. Laut Pollstar ist CTS Eventim damit der zweitgrößte Konzertveranstalter der Welt. Das Segment bringt rund zwei Drittel des Umsatzes, allerdings nur mit einstelligen Margen.

Ein oft unterschätzter Vorteil ist das Ticketgeld. CTS Eventim erhält die Vorverkaufserlöse Monate vor der Veranstaltung und rechnet erst danach ab. Zum 30. Juni waren das knapp 857 Millionen Euro, die Zinserträge bringen.

Übersicht der Geschäftszahlen zum ersten Halbjahr der beiden Geschäftsbereiche von CTS Eventim
Zahlen der beiden Geschäftsbereiche
Quelle:
CTS Eventim Halbjahresbericht 2026

Die Q2-Zahlen 2026 im Detail

Im zweiten Quartal stieg der Konzernumsatz um 13 Prozent auf 899 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA um 6,2 Prozent auf 106 Millionen Euro. Die Marge sank jedoch auf 11,8 Prozent und lag unter den Erwartungen. Hier liegt der Kern der Enttäuschung. Im Ticketing wuchs der Umsatz um fast 26 Prozent, das Ergebnis aber nur um knapp 6 Prozent, die Marge fiel auf 32,5 Prozent. Das Management verweist auf einen veränderten Geschäftsmix, etwa durch das margenschwächere Olympia-Ticketing, und auf Kosten für das Effizienzprogramm Operational Excellence. Nachdenklich stimmt mich zudem, dass die Zahl der verkauften Tickets im Halbjahr nur um 2,2 Prozent zulegte.

Deutlich besser lief das Live Entertainment, dessen bereinigtes EBITDA im Halbjahr um 57 Prozent auf knapp 53 Millionen Euro stieg. Das Ergebnis je Aktie kletterte um 34 Prozent, wobei Währungseffekte von rund 27 Millionen Euro kräftig mitgeholfen haben. Die Jahresprognose wurde bestätigt.

Übersicht der Geschäftszahlen zum ersten Halbjahr von CTS Eventim
Geschäftszahlen zum ersten Halbjahr von CTS Eventim
Quelle:
CTS Eventim Halbjahresbericht 2026

Die Arenen als strategischer Baustein

Neben Ticketing und Konzertveranstaltung baut CTS Eventim seit Jahren ein drittes Standbein auf, den Betrieb eigener Veranstaltungsstätten. Bekanntestes Beispiel ist die LANXESS arena in Köln. Seit 2012 gehört CTS Eventim die Betreibergesellschaft der größten Multifunktionshalle Deutschlands mit bis zu 20.000 Plätzen und bis zu 1,8 Millionen Besuchern im Jahr. Hinzu kommen die Berliner Waldbühne, das EVENTIM Apollo in London und die K.B. Hallen in Kopenhagen.

Das wichtigste neue Projekt ist der Unipol Dome in Mailand, den CTS Eventim selbst entwickelt, gebaut und nun betreibt. Im Februar fand hier das olympische Eishockeyturnier statt, im Mai startete mit einem Konzert von Luciano Ligabue vor 16.000 Fans der reguläre Betrieb. Mit bis zu 16.000 Plätzen ist der Unipol Dome die größte Halle Mailands, die erste volle Saison beginnt in diesem Herbst. Italien ist nach Deutschland der zweitwichtigste Markt, der Umsatz dort stieg im Halbjahr um 21 Prozent auf knapp 300 Millionen Euro. Mit TicketOne, mehreren Veranstaltern wie Vivo Concerti, das im Juli mit Ultimo vor 250.000 Fans das größte Konzert der italienischen Geschichte organisierte, und nun der eigenen Arena deckt CTS Eventim dort die gesamte Wertschöpfungskette ab.

Als Nächstes soll bis 2030 die Wien Holding Arena mit 20.000 Plätzen entstehen. Die Kosten werden auf 450 bis 500 Millionen Euro geschätzt, wovon die Stadt höchstens 153 Millionen Euro trägt. Den Rest finanziert CTS Eventim.

Warum sind die Arenen so wichtig? Mit einer eigenen Halle verdient CTS Eventim nicht nur am Ticket, sondern auch an Gastronomie, Merchandising, Sponsoring und Namensrechten. Die Erlöse aus Catering und Merchandising stiegen im Halbjahr um 34 Prozent, das Sponsoring sogar um 50 Prozent. Strategisch folgt CTS Eventim damit dem Vorbild von Live Nation. Ich halte diesen Schritt für richtig, weil er die Marktposition festigt. Gleichzeitig wandelt sich das Unternehmen dadurch von einem kapitalleichten Plattformgeschäft zu einem deutlich kapitalintensiveren Modell.

Die Chancen im Eventgeschäft

Für Konzerte und Festivals geben die Menschen weiterhin gerne Geld aus. Anders als viele Softwareanbieter muss CTS Eventim dabei kaum fürchten, von künstlicher Intelligenz verdrängt zu werden. Ein Konzertabend oder ein Festivalwochenende lässt sich nicht digital ersetzen, und in einer immer virtuelleren Welt dürfte der Wert echter gemeinsamer Erlebnisse eher noch steigen. Die Festivals von EVENTIM LIVE zählten im Frühsommer über eine Million Besucher, und Rock am Ring meldet für 2027 den stärksten Vorverkaufsstart seiner Geschichte. Zudem hat sich der Umsatz in den USA im Halbjahr mehr als verdoppelt, und mit der Total Ticketing Group tastet sich der Konzern an Asien heran. Positiv werte ich zudem, dass CEO Klaus-Peter Schulenberg im Frühjahr knapp 400.000 Aktien nachgekauft hat.

Übersicht der Veranstaltungsstätten von CTS Eventim
Veranstaltungsstätten von CTS Eventim
Quelle: CTS Eventim, Lincoln International, Wien Holding, eigene Darstellung

Die wichtigsten Risiken bei CTS Eventim

Das größte Risiko sehe ich in der Ticketing-Marge. Bleibt sie unter Druck, steht die Ertragsstärke des wichtigsten Segments infrage. Zweitens wirft der abrupte Abgang von Finanzchef William Willms Fragen auf. Gründe wurden nicht genannt, Baader vermutet unter anderem Uneinigkeit über die Kapitalallokation. Das führt zum dritten Risiko, den hohen Investitionen in Arenen. In Mailand waren ursprünglich rund 180 Millionen Euro geplant, Medienberichten zufolge lagen die Baukosten zuletzt bei knapp 400 Millionen Euro. In Wien ist das Projekt politisch umstritten und noch nicht als Bauvorhaben eingereicht. Passend dazu wurde die Dividende von 1,66 auf 1,44 Euro gekürzt. Viertens zeigt das Verfahren gegen Live Nation in den USA, wie genau Kartellbehörden auf vertikal integrierte Konzerne schauen. Und zuletzt haben Minderheitsaktionäre in der von Schulenberg kontrollierten KGaA wenig Einfluss.


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Fundamentale Bewertung der CTS Eventim Aktie

Die CTS Eventim Aktie lässt sich gut anhand des KGV bewerten. In der Vergangenheit lag es im Schnitt bei etwa 28, aktuell notiert die Aktie zu einem KGV von rund 19 und erscheint damit deutlich unterbewertet. So weit unter ihrem fairen Wert lag die Aktie bisher nur selten. Der größte Ausreißer war die Coronapandemie, als das Eventgeschäft fast vollständig einbrach. Davon hat sich die Aktie jedoch schnell erholt und notierte bereits 2022 wieder zu ihrem fairen Wert. Da Analysten auch für die kommenden Jahre steigende Gewinne erwarten, spricht aus fundamentaler Sicht nichts gegen einen Einstieg.

Entwicklung des fairen Wertes der CTS Eventim Aktie nach KGV
Entwicklung des fairen Wertes nach KGV von CTS Eventim
Quelle: aktienfinder.net

Technische Analyse CTS Eventim Aktie

Im langfristigen Monatschart befindet sich die CTS Eventim Aktie in einem Aufwärtstrend. Seit dem Allzeithoch im Jahr 2025 korrigiert sie jedoch deutlich und läuft seit einigen Monaten seitwärts. Diese Phase könnte sich als Bodenbildung erweisen und die Korrektur beenden. Ein Ausbruch aus der Seitwärtsphase würde das Bild aufhellen, allerdings wartet bei rund 65 € eine Widerstandszone. Unter 50 € sollte die Aktie nicht mehr fallen, das wäre ein klar bärisches Signal.

Entwicklung der CTS Eventim Aktie im Monatschart
Monatschart CTS Eventim
Quelle: tradingview.com

Im Tageschart ist der Absturz Ende März nach dem schwachen Ausblick gut zu erkennen. Seitdem ist die Aktie bereits dreimal am Versuch gescheitert, über das Niveau vor dem Kurssturz auszubrechen. Aktuell läuft der vierte Anlauf. Gelingt er, wäre die Bodenbildung abgeschlossen und es entstünde ein Kaufsignal. Andernfalls dürfte die Seitwärtsphase weitergehen.

Entwicklung der CTS Eventim Aktie im Tagesschart
Tageschart CTS Eventim
Quelle: tradingview.com

Fazit zur CTS Eventim Aktie

Operativ ist CTS Eventim weit von einer Krise entfernt. Den Kursverfall sehe ich vor allem als Neubewertung, getrieben vom Margendruck im Ticketing, dem Abverkauf von Plattformaktien und dem Abgang des Finanzvorstands. Die Arenen sind dabei Chance und Risiko zugleich, denn sie stärken die Marktposition, binden aber viel Kapital.

Mit einem KGV von rund 19 statt historisch 28 ist die Aktie fundamental günstig, und die Insiderkäufe sprechen für Vertrauen von innen. Charttechnisch läuft gerade der vierte Versuch, die Bodenbildung abzuschließen. Gelingt der Ausbruch, wäre ein Einstieg für mich interessant. Die Q3-Zahlen am 12. November und der erste Kapitalmarkttag am 20. November dürften dafür die Richtung vorgeben, vor allem mit Blick auf die Ticketing-Marge und die Kapitalallokation.

Häufige Fragen zur CTS Eventim Aktie

Warum ist die CTS Eventim Aktie gefallen?
Belastet haben vor allem die gesunkene Ticketing-Marge, der Abverkauf von Plattformaktien Anfang 2026 und der Abgang des Finanzvorstands.

Welche Arenen betreibt CTS Eventim?
Unter anderem die LANXESS arena in Köln, die Berliner Waldbühne, das EVENTIM Apollo in London, die K.B. Hallen in Kopenhagen und seit 2026 den Unipol Dome in Mailand. In Wien ist eine weitere Arena geplant.

Zahlt CTS Eventim eine Dividende?
Ja, für 2025 wurden 1,44 Euro je Aktie ausgeschüttet, was aktuell einer Rendite von rund 2,3 Prozent entspricht.

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