Der Juli 2026 war für mein Depot erneut ein schwankungsreicher Monat und schloss unterm Strich mit +0,96%. Zunächst dominierte die Ernüchterung, denn die im Juni geschlossene Waffenruhe erwies sich als brüchig und der Nahost-Konflikt flammte wieder auf. Den USA gelang es nicht, die Straße von Hormus verlässlich abzusichern, was für spürbare Unsicherheit an den Börsen sorgte. Der Ölpreis zog in der Folge wieder an und belebte die Inflationssorgen, was den DAX über weite Strecken belastete. In dieses Umfeld fiel auch die EZB-Sitzung am 23. Juli, bei der die Notenbank nach ihrer Juni-Erhöhung nun eine Zinspause einlegte, nachdem die Inflation in der Eurozone im Juni auf 2,8 % gesunken war. Erst zum Monatsende drehte das Bild, als sich die Kampfpause zwischen den USA und dem Iran festigte und der Ölpreis daraufhin regelrecht einbrach. Für die exportorientierte deutsche Industrie bedeutete das eine doppelte Entlastung aus niedrigeren Produktionskosten und geringerem Inflationsdruck, sodass der DAX kräftig erholte. Unterstützt wurde die Aufwärtsbewegung von soliden Quartalszahlen wie bei Mercedes-Benz und einem sich aufhellenden Ifo-Geschäftsklima.
Für den August bleibt die entscheidende Frage dieselbe wie in den Vormonaten, nämlich ob die Waffenruhe diesmal wirklich trägt und die Straße von Hormus dauerhaft freigegeben wird. Der scharfe Ölpreisrückgang zum Monatsende hat gezeigt, wie schnell sich Entspannung in steigende Kurse übersetzt, doch das wiederholte Scheitern bei der Absicherung der Meerenge mahnt zur Vorsicht. Parallel mehren sich an den US-Börsen die Warnzeichen, denn der herbe Kurssturz bei IBM und der Absturz der SpaceX-Aktie deuten darauf hin, dass die KI-getriebene Rally zunehmend fragiler wird.
Käufe
Im Juli habe ich einen neuen Wert in mein Depot aufgenommen und einen Nachkauf getätigt.
Tomra Systems
Vor einigen Wochen habe ich die Aktie von Tomra Systems analysiert. Damals bin ich zu dem Entschluss gekommen einen Nachkauf zu tätigen, wenn die Aktie es schafft einen größeren Boden bilden und anschließend ein Kaufsignal zu generieren. Dies war mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen im Juli der Fall. Die Aktie legte nach der Veröffentlichung knapp 12% zu, testete nochmals das Ausbruchsniveau und reagierte dort entsprechend. In dieser Situation habe ich Ende Juli zugegriffen.

Quelle: tradingview.com
ServiceNow
Einer der schwächsten Sektoren in diesem Börsenjahr war bisher der Softwaresektor. Aufgrund der Angst vor einer KI-Disruption ging es bei den Aktien der meisten Unternehmen in der Branche abwärts. Dies bietet natürlich antizyklische Kaufchancen. Mit ServiceNow habe ich nun eine neue Software Aktie gekauft. ServiceNow ist eine cloudbasierte Plattform für Enterprise Service Management, die Unternehmen dabei hilft, Arbeitsabläufe und Geschäftsprozesse abteilungsübergreifend zu digitalisieren, zu automatisieren und zu verwalten. Ich schätze die Gefahr einer KI-Disruption bei ServiceNow eher gering ein. Das Unternehmen ist tief in die Prozesse seiner Kunden integriert und könnte sogar selber mit KI-Diensten punkten. Nachdem die Aktie einen Boden vollendet hat, habe ich eine erste Tranche gekauft.

Quelle: tradingview.com
Verkäufe
Im Juli habe ich keine Aktie aus meinem Depot verkauft.
Sparpläne
Bei meinen Sparplänen gab es keine Anpassungen.
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Dividenden
Im Juli erhielt ich insgesamt 218,11 € an Dividenden ausgeschüttet. Der Großteil davon entfiel auf einen ETF, da ansonsten nur einige Quartalszahler ihre Dividende ausschütteten. Auch für den kommenden August erwarte ich eher geringe Einnahmen aus Dividenden.
Gewinner im Depot im Juli
Bei den größten Gewinner in meinem Depot lagen seit langem mal wieder einige Software Titel vorne. Den größten Gewinn gab es bei Accenture, die um rund 30% zulegen konnten. Dahinter folgten BYD und Autodesk. Außerdem gab es bei Adobe und Microsoft kräftige Gewinne.
| Accenture | + 30 % |
| BYD | + 27 % |
| Autodesk | + 21 % |
| Adobe | + 20 % |
| Microsoft | + 19 % |
Gewinner Juli 2026
Verlierer im Depot im Juli
Die größten Verluste gab es im Juli rund um das Thema Chips und Datencenter. Größter Verlierer war mit Synopsys ein Anbieter für EDA Software, die für die Herstellung von Halbleitern benötigt wird. 2G Energy musste der starken Rallye etwas Tribut zollen, genau wie ASML die zu den bisherigen Gewinnern des Jahres zählten. Außerdem gaben die Aktien von Oracle und Shin-Etsu Chemical nach.
| Synopsys | – 18 % |
| 2G Energy | – 17 % |
| ASML | – 16 % |
| Oracle | – 15 % |
| Shin-Etsu Chemical | – 14 % |
Verlierer Juli 2026
Übersicht Depot Ende Juli 2026


Krypto Portfolio
Am Kryptomarkt zeigten sich im Juli erste Anzeichen der Stabilisierung, auf die ich zuletzt gewartet hatte, wenn auch auf niedrigem Niveau und ohne echten Ausbruch. Bitcoin bewegte sich über weite Strecken in einer engen Spanne und wartete auf die Fed-Zinsentscheidung zum Monatsende, während der Krypto-Fear-and-Greed-Index weiterhin klar im Angst-Bereich verharrte. Bemerkenswert war dabei, dass Bitcoin gegenüber dem breiten Technologiesektor eine gewisse relative Stärke bewies, ausgerechnet in einer Phase, in der die KI-Euphorie an den Aktienmärkten erste Risse zeigte.
Für den August bleibt die Richtung eng an die makroökonomische Großwetterlage gekoppelt. Solange der Markt im Angst-Bereich verharrt und die institutionellen Mittelzuflüsse nicht zurückkehren, werte ich die jüngste Seitwärtsbewegung eher als Bodenbildungsversuch denn als Wende. Das passt zu meiner Erwartung aus dem Vormonat, dass der Markt erst Stabilität und Vertrauen zurückgewinnen muss, bevor eine echte Erholung einsetzen kann. Ich bleibe daher defensiv positioniert und werte die relative Stärke gegenüber dem Tech-Sektor als vorsichtig ermutigendes, aber noch nicht bestätigendes Signal.
In meinem Portfolio gab es im Juli ein gemischtes Bild. Die größten Gewinner waren Ethereum und Cardano mit je 16 % Plus. Die größten Verlierer in meinem Portfolio waren Lisk (-14 %) und Chiliz (-28 %).


