Betreiber von großer Infrastruktur verfügen häufig über eine sehr starke Marktstellung, weshalb heute die Fraport Aktie im Fokus unserer Analyse steht. Kürzlich sind die Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 erschienen, die ein klares Bild über die Lage der Fraport Aktie vermitteln. Als Flughafenbetreiber könnte jedoch der Krieg im Nahen Osten spürbare Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr und damit direkt auf die Fraport Aktie haben. Vor allem höhere Ölpreise könnten langfristig zu geringeren Passagierzahlen führen. Außerdem könnten steigende Zinsen die Kapitalkosten bei Fraport erhöhen. Dennoch ist für dieses Jahr die Eröffnung vom neuen Terminal 3 geplant, was der Fraport Aktie neuen Schub geben könnte. Es wird zweifellos ein spannendes Jahr für Fraport, doch zunächst werfen wir einen Blick auf die veröffentlichten Zahlen für 2025.
Geschäftszahlen

Quelle: Fraport Visual Fact Book 2025
Aus finanzieller Sicht war das Jahr 2025 für die Fraport Aktie durchaus erfolgreich. Der Umsatz konnte um 8,2 % auf 4,21 Mrd. € gesteigert werden, was die Robustheit von Fraport unterstreicht. Auch der operative Gewinn stieg um mehr als 10 % auf 1,44 Mrd. €. Der Konzerngewinn ging jedoch leider um 6,7 % auf 468 Mio. € zurück. Ein wichtiger Meilenstein für Fraport war der Free Cashflow. Nach hohen Investitionen in den Vorjahren konnte hier wieder ein knapp positives Ergebnis erzielt werden. Gleichzeitig gelang es, die Verschuldung weiter zu reduzieren, was sich für Fraport langfristig auszahlen wird, da die Zinsbelastung dadurch sinkt. Die vier Geschäftsbereiche entwickelten sich 2025 durchweg positiv: Das Segment Aviation profitierte von gestiegenen Entgelten, während Retail & Real Estate mit einem EBITDA von 386 Mio. Euro eine tragende Säule für die Fraport Aktie blieb. Besonders erfreulich ist der Turnaround im Ground Handling, das nach Verlustjahren wieder ein positives EBITDA erzielte.
Aktuelle Entwicklung
Fertigstellung Terminal 3
Im Zentrum der Analyse steht die bevorstehende Eröffnung von Terminal 3 am Flughafen Frankfurt. Am 22. April 2026 findet die feierliche Einweihung statt, bevor am 23. April der erste reguläre Flug abhebt, was für Fraport ein bedeutendes Ereignis ist. Das rund vier Milliarden Euro teure Großprojekt schafft mit den Flugsteigen G, H und J Kapazitäten für jährlich 20 Millionen zusätzliche Passagiere. Die Inbetriebnahme ist der Schlüssel, um Frankfurt als internationales Drehkreuz wettbewerbsfähig zu halten und die Marktstellung von Fraport zu sichern. Außerdem wurde bereits Mitte letzten Jahres ein neues Terminal am Flughafen in Lima eröffnet, der ebenfalls zur Fraport AG gehört. Dies waren die beiden größten Projekte der letzten Jahre.

Quelle: Fraport Visual Fact Book 2025
Einfluss vom Krieg im Nahen Osten
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, insbesondere der Krieg im Iran Anfang 2026, werfen Schatten auf die Luftfahrtbranche und die Fraport Aktie. Dennoch zeigt sich die Fraport Aktie in der aktuellen Bilanzpressekonferenz vom März 2026 bemerkenswert resilient. Konzernchef Stefan Schulte betonte, dass der Krieg bislang nur geringe Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der Fraport Aktie habe. Zwar wurden seit dem Ausbruch vom Krieg rund 86.000 Passagiere von Flugausfällen betroffen, doch der Anteil dieser Flüge am Gesamtaufkommen ist begrenzt. Fraport sieht aktuell keinen Grund, die optimistische Prognose für das Jahr 2026 anzupassen. Die nächsten Wochen und Monate werden dann zeigen, ob diese Einschätzung korrekt ist. Investierte Anleger sollten die Risiken und Auswirkungen eines längerfristigen Konfliktes im Nahen Osten jedoch nicht unterschätzen. Hohe Ölpreise, eine höhere Inflation, weniger Flüge in den Nachen Osten sind nur einige mögliche Auswirkungen. Dennoch ist Fraport dank der weltweiten Diversifikation der Flughäfen gut aufgestellt. Selbst wenn der Standort in Deutschland etwas schwächeln könnte, bleiben eine Vielzahl weiterer Standorte, die weniger Auswirkungen spüren würden.

Quelle: Fraport Visual Fact Book 2025
Ausblick Fraport
Für die Zukunft erwartet das Management von Fraport steigende Passagierzahlen auf bis zu 195 Millionen. Der operative Gewinn der Fraport Aktie soll minimal auf 1,5 Mrd. € steigen, während der Nettogewinn zwischen 300 und 400 Mio. € liegen könnte. Mittelfristig sollen die Investitionen (Capex) von Fraport geringer ausfallen, da das Terminal 3 und der Ausbau in Lima abgeschlossen werden. Statt 1,1 Mrd. € im Jahr 2025 sollen die Investitionen in den Folgejahren auf etwa 700 Mio. € sinken, was die Profitabilität von Fraport erhöhen könnte. Besonders erfreulich für Aktionäre: Für das Geschäftsjahr 2025 soll erstmals seit Jahren wieder eine Dividende von 1 € je Aktie ausgeschüttet werden. Zukünftig sollen etwa 60-80 % des Gewinns an die Halter der Fraport Aktie fließen.

Quelle: Fraport Visual Fact Book 2025
Fundamentale Bewertung Fraport
Fundamental lässt sich die Fraport Aktie gut anhand des KGVs bewerten. Ausnahme bildete lediglich die Coronapandemie, da Fraport hier einen Verlust eingefahren. In den vergangenen Jahren lag das KGV der Fraport Aktie im Schnitt bei 15,6. Aktuell notiert die Fraport Aktie jedoch zu einem KGV von 16,8, womit sie leicht überbewertet scheint. Da für das laufende Geschäftsjahr ein leicht rückläufiger Gewinn erwartet wird, ist die Fraport Aktie aktuell kein offensichtliches Schnäppchen. Zudem sehe ich durch den Krieg im Iran mögliche weitere Probleme für die Fraport Aktie. Steigende Zinsen oder eine Belastung durch höhere Kerosinpreise infolge vom Krieg bergen gewisse Risiken für die Fraport Aktie. Auch wenn das Unternehmen derzeit keine Einschränkungen durch den Krieg erwartet, drängt sich ein Einstieg aus fundamentaler Sicht nicht zwingend auf.

Quelle: aktienfinder.net
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Technische Analyse Fraport
Langfristig betrachtet befindet sich die Fraport Aktie seit ihrem IPO Anfang des Jahrtausends in einem stabilen, wenn auch moderaten Aufwärtstrend. Dieser stetige Weg nach oben wurde jedoch in der Vergangenheit zwei Mal durch massive Abverkäufe unterbrochen, die zeigen, wie sensibel die Fraport Aktie auf globale Krisen reagiert. In der Finanzkrise 2008 verlor die Fraport Aktie rund 68 % an Wert, während der Einbruch in der Coronapandemie sogar 71 % betrug. In beiden Fällen dauerte es Jahre, bis sich die Fraport Aktie vollständig von diesen Schocks erholte. Aktuell sieht das Bild jedoch deutlich freundlicher aus: Der Ausbruch über die wichtige Widerstandszone bei 62 € wirkt mittelfristig sehr bullisch für die Fraport Aktie. Sollte der Krieg im Nahen Osten zu einem größeren Abverkauf führen, fungiert diese Zone nun als massive Unterstützung. Diese Marke fällt exakt mit dem 61,8er Fibonacci Retracement der letzten großen Aufwärtsbewegung zusammen, was der Fraport Aktie hier eine starke technische Basis gibt.

Quelle: tradingview.com
Im Tageschart lässt sich die dynamische Entwicklung der letzten Wochen gut nachvollziehen. Seit dem Ausbruch vom Krieg ging es für die Fraport Aktie spürbar abwärts, wobei es an der ersten, weniger starken Unterstützungszone bei 67 € bereits eine erste Kursreaktion gab. Hier wird sich in den nächsten Handelstagen entscheiden, ob die Fraport Aktie noch einmal eine Etage tiefer geht. Für Investoren, die einen langfristigen Einstieg in die Fraport Aktie suchen, wäre ein weiterer Rücksetzer aufgrund der Unsicherheit durch den Krieg sogar wünschenswert. Falls die Fraport Aktie einen Boden in der starken Unterstützungszone bei ca. 60 € bildet, halte ich den Titel für äußerst attraktiv. In diesem Szenario wäre die Fraport Aktie auch aus fundamentaler Sicht wieder günstiger bewertet. Sollte die Marke von 58 € jedoch nachhaltig unterschritten werden, würde sich das Chartbild eintrüben. Ein mittelfristiger Angriff auf das Allzeithoch wäre dann vorerst vom Tisch.

Quelle: tradingview.com
Fazit zur Fraport Aktie
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Jahr 2026 für die Fraport Aktie eigentlich unter einem sehr guten Stern stand. Die operative Erholung ist in vollem Gange und die feierliche Inbetriebnahme von Terminal 3 am Flughafen Frankfurt ist ein Meilenstein, der die Marktposition der Fraport Aktie über Jahre festigen dürfte. Der Krieg im Iran sorgt hingegen für neue Unsicherheit und könnte die Fraport Aktie kurzfristig weiter unter Druck setzen. Auch wenn das Management derzeit gelassen bleibt, darf man die indirekten Folgen, die ein solcher Krieg auf Treibstoffpreise und die globale Reiselust hat, nicht unterschätzen. Zum aktuellen Zeitpunkt aus fundamentaler Sicht drängt sich aktuell kein Einstieg in die Fraport Aktie auf. Aus technischer Sicht könnte sich demnächst wie beschrieben eine Kaufgelegenheit ergeben. Aktuell bin ich selbst nicht in der Fraport Aktie investiert. Ich werde das Kursgeschehen und die Entwicklungen rund um den Krieg jedoch sehr genau beobachten und ggf. über einen Einstieg nachdenken.
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