Der Juni 2026 war für mein Depot ein turbulenter Monat und schloss unterm Strich 0,57%. Nach Monaten der Belastung brachte die Monatsmitte endlich die lang erhoffte Wende im Nahost-Konflikt: Mitte Juni unterzeichneten die USA und der Iran ein Friedensabkommen samt geplanter Wiederöffnung der Straße von Hormus. Die Reaktion war eindeutig – der Ölpreis brach ein, der DAX eroberte kurzzeitig die Marke von 25.000 Punkten zurück, und an den US-Börsen machte sich regelrechte Euphorie breit, während Rüstungswerte wie Rheinmetall im Zuge der sinkenden Risikoprämie unter Druck gerieten. Die Erleichterung erwies sich jedoch als brüchig: Nur wenige Tage nach der Unterzeichnung sorgten neue israelische Angriffe im Libanon und eine erneute Sperrung der Meerenge durch den Iran wieder für Ernüchterung. Gleichzeitig zeigte sich die Kehrseite des Energiepreisschocks in der Geldpolitik. Die EZB hob am 11. Juni die Zinsen an – die erste Erhöhung seit Herbst 2023 – und auch die US-Notenbank schlug unter ihrer neuen Führung einen deutlich strafferen Ton an und schob Hoffnungen auf Zinssenkungen weit nach hinten.
Für den Juli bleibt die entscheidende Frage, ob die Waffenruhe diesmal trägt und die Straße von Hormus dauerhaft freigegeben wird. Gelingt das, dürften Ölpreis und Inflation schrittweise nachgeben und den Notenbanken wieder Spielraum verschaffen – bleibt die Lage dagegen fragil, drohen erneute Rücksetzer. Damit prägt im Juli vor allem ein Spannungsfeld das Geschehen: die Hoffnung auf geopolitische Entspannung auf der einen und eine spürbar restriktivere Geldpolitik infolge der hartnäckigen Inflation auf der anderen Seite. Solange die Zinsen länger hoch bleiben, dürfte zudem die Frage in den Vordergrund rücken, wie lange die KI-getriebene Rallye an den US-Börsen dieses Umfeld noch überspielen kann.
Käufe
Im Juni habe ich lediglich einen Nachkauf getätigt.
Booking Holdings
Ich habe bei meiner Booking Holdings Position einen kleinen Nachkauf getätigt. Nachdem die Aktie Anfang des Jahres einen Aktiensplit durchgeführt hat, war es nun möglich einen kleineren Kauf zu tätigen. Im Wochenchart war die Aktie über einige Monate in einer Korrektur. Diese hat am 61,8er Fibonacci Retracement einen möglichen Boden gefunden. Es gibt erste Anzeichen für einen Doppelboden, der jedoch noch nicht vollendet ist. Dennoch habe ich meine Position bereits aggressiv ausgebaut, nachdem im Tageschart ein Trendwechsel erfolgt ist.

Quelle: tradingview.com
Verkäufe
Im Juni habe ich eine Aktie aus meinem Depot verkauft.
Qualys
Ich habe mich vom Cybersecurity Unternehmen Qualys getrennt, nach der langfristige Trend sich zuletzt deutlich eingetrübt hatte. Im Februar hat die Aktie ihren langfristigen Aufwärtstrend nachhaltig gebrochen. Damals hatte ich versäumt die Position zu schließen. Dies habe ich nun zum gleichen Preis nachgeholt. Zumal die Aktie nun an eine markante Widerstandszone gelaufen ist. Im Bereich Cybersecurity bin ich mit einem ETF, Secunet, Fortinet und Cloudflare weiterhin breit aufgestellt.

Quelle: tradingview.com
Sparpläne
Bei meinen Sparplänen gab es kleinere Anpassungen. Ich hab die Sparpläne auf 2G Energy und Daikin Industries gestoppt, da die Positionen die gewünschte Größe erreicht haben.
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Dividenden
Nach dem sehr starken Mai konnte auch der Juni mit hohen Einnahmen glänzen. Insgesamt habe ich Dividenden in Höhe von 564,15€ erhalten. Darunter waren hauptsächlich viele Quartalszahler, aber auch eine hohe Jahresdividende von Sixt. Nach den guten Monaten werden die Ausschüttungen im August wieder etwas schwächer ausfallen.
Gewinner im Depot im Juni
Der größte Gewinner in meinem Depot im Mai war die Aktie von ASML. Hier ging es dank dem Boom für KI Infrastruktur weiter aufwärts. Größere Zuwächse gab es daneben noch bei Medpace und Brown & Brown. Außerdem gab es bei Carlisle und Take2 Interactive deutliche Kursgewinne.
| ASML | + 24 % |
| Medpace | + 21 % |
| Brown & Brown | + 17 % |
| Carlisle | + 14 % |
| Take2 Interactive | + 13 % |
Gewinner Juni 2026
Verlierer im Depot im Juni
Der größte Verlierer im Mai war die Aktie von Oracle. Ebenso ging es aufgrund der Angst vor KI Disruption bei Accenture und Adobe deutlich abwärts. Außerdem gaben die Aktien von Secunet und BYD nach.
| Oracle | – 32 % |
| Accenture | – 30 % |
| Adobe | – 20 % |
| Secunet | – 19 % |
| BYD | – 18 % |
Verlierer Juni 2026
Übersicht Depot Ende Juni 2026


Krypto Portfolio
Am Kryptomarkt setzte sich im Juni die Schwächephase fort und bestätigte einmal mehr meine vorsichtige Haltung. Zu Monatsbeginn rutschte Bitcoin zeitweise unter die Marke von 60.000 US-Dollar und markierte damit den tiefsten Stand seit Oktober 2024. Bemerkenswert war vor allem die Reaktion auf das Friedensabkommen zur Monatsmitte: Während Aktien und Ölmarkt kräftig auf die Nahost-Entspannung reagierten, blieb der erhoffte Befreiungsschlag bei Bitcoin aus – der Kurs zog nur kurz an und kehrte anschließend rasch in seine Seitwärts- bis Abwärtsbewegung zurück. Die entscheidende Belastung kam erneut von der institutionellen Seite: Die Abflüsse aus den Spot-Bitcoin-ETFs setzten sich Woche für Woche fort und entzogen dem Markt den Kaufdruck, der Anfang des Jahres noch für Rekorde gesorgt hatte. Hinzu kommt ein struktureller Gegenwind, da der KI-Boom an den Aktienmärkten institutionelles Kapital zunehmend abzieht. Geld, das früher in Krypto geflossen wäre, landet inzwischen in KI-Infrastruktur.
Für die kommenden Monate wird zunächst entscheidend sein, dass der Bitcoin einen Boden bildet und etwas Stabilität in den Kryptomarkt zurückkehrt. Dies kann jedoch noch einige Monate dauern und passt durchaus zu der historischen zyklik im Bitcoin.
In meinem Portfolio gab es im Juni fast nur Verlierer. Einzige Ausnahme bildeten DODO (+13 %) und Aave (+6%). Der Bitcoin verlor rund 18% und die größten Verlierer in meinem Portfolio waren Amp (-38 %) und Chiliz (-46 %).


