Die Fortinet Aktie hat sich über das letzte Jahrzehnt zu einem unverzichtbaren Basisinvestment für Anleger entwickelt, die auf den Megatrend Cybersecurity setzen. Das Unternehmen profitiert von einem technologisch tief verwurzelten Geschäftsmodell, das weit über einfache Firewalls hinausgeht und heute als digitales Schutzschild für die vernetzte Welt fungiert. Besonders die konsequente Integration von KI in das gesamte Produktportfolio macht die Fortinet Aktie für zukunftsorientierte Investoren spannend. Während herkömmliche Sicherheitslösungen oft nur auf bereits bekannte Bedrohungen reagieren, ermöglicht die KI-gestützte Architektur von Fortinet eine proaktive Abwehr von Angriffen in Echtzeit.
Doch der Sektor steht nicht still. Der Übergang von reiner Hardware hin zu cloudbasierten Sicherheitsdiensten (SASE) forderte vom Management zuletzt strategisches Geschick. In dieser Analyse möchte ich genauer betrachten, wie erfolgreich Fortinet diesen Wandel vollzieht und welche Rolle die KI-Automatisierung für die künftige Skalierbarkeit spielt. Bevor wir jedoch tiefer einsteigen, werfen wir zunächst einen detaillierten Blick auf die jüngsten Geschäftszahlen für das Jahr 2025.
Geschäftszahlen

Quelle: Fortinet Q4 2025 Presentation
Die Zahlen zum vierten Quartal bzw. dem gesamten Geschäftsjahr verdeutlichen die Dynamik von Fortinet in 2025. Der Gesamtumsatz stieg von 5,96 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 6,80 Milliarden US-Dollar in 2025, was einem soliden Wachstum von 14,2 % entspricht. Besonders hervorzuheben ist die Beschleunigung bei den Billings, die im Jahresvergleich um 15,6 % auf 7,55 Milliarden US-Dollar zulegten. Dass die Billings (die fakturierten Aufträge) stärker wachsen als der laufende Umsatz, ist ein hervorragender Frühindikator für die künftige Geschäftsentwicklung und unterstreicht die starke Nachfrage nach den neuen Cloud-Sicherheitslösungen.
Auf der Margenseite demonstriert das Unternehmen Stabilität. Die Bruttomarge verharrte im Jahresvergleich auf einem extrem hohen Niveau von 81,3 %. Dies belegt die enorme Preismacht von Fortinet und den erfolgreichen Shift hin zu margenstarken Software-Abos. Auch bei der Profitabilität setzt das Management Maßstäbe. Die operative Marge verbesserte sich von 35,0 % im Jahr 2024 auf 35,5 % im Jahr 2025. Trotz der Investitionen in KI-gestützte Sicherheitslösungen gelingt es Fortinet, die operative Effizienz kontinuierlich zu steigern.
Aktuelle Entwicklung
Fortinet verfolgt eine Strategie, die auf der engen Verzahnung von drei Kernmärkten basiert. Den Grundstein bildet das Secure Networking. Anders als herkömmliche Anbieter trennt Fortinet Netzwerk und Sicherheit nicht, sondern setzt auf Konvergenz. Durch die Verwendung proprietärer FortiASIC-Chips (spezialisierte Hardware-Beschleuniger) und dem einheitlichen Betriebssystem FortiOS erreicht das Unternehmen eine Performance, die rein softwarebasierten Lösungen weit überlegen ist. Sicherheit wird hier direkt in die Infrastruktur wie Firewalls oder Switches integriert.
Die zweite Säule ist Unified SASE (Secure Access Service Edge). Da Mitarbeiter heute von überall arbeiten, muss der Schutz dem Nutzer folgen. Fortinet kombiniert hier Cloud-Sicherheitsdienste mit modernem SD-WAN. Das Herzstück ist ein konsequenter Zero-Trust-Ansatz. Kein Gerät und kein Nutzer erhält pauschales Vertrauen; jede Verbindung wird kontinuierlich verifiziert. Da Fortinet dieselbe Software für SASE nutzt wie für seine Firewalls, entsteht eine nahtlose Architektur ohne Sicherheitslücken.
Den Abschluss bilden die Security Operations (SecOps). Dies ist die intelligente Kommandozentrale, in der riesige Datenmengen mittels KI analysiert werden. Durch Tools wie EDR (Endpunkt-Schutz) oder SIEM (zentrales Sicherheitsmanagement) werden Bedrohungen nicht nur erkannt, sondern dank Automatisierung in Millisekunden abgewehrt. In der Summe transformiert Fortinet die IT-Sicherheit von einer Sammlung isolierter Produkte hin zu einem integrierten, KI-gesteuerten Ökosystem, das die Komplexität für Unternehmen massiv reduziert.

Quelle: Fortinet Q4 2025 Presentation
Die Entwicklung der Geschäftsverteilung verdeutlicht den Wandel im Geschäftsmodell von Fortinet. Zwar generiert das klassische Secure Networking immer noch die größten Buchungen, aber diese machen einen geringeren Anteil aus. 2023 lag der Anteil noch bei über 70 % sind es 2025 dagegen nur noch 64 %. Die eigentliche Wachstumsstory spielt sich in den anderen beiden Bereichen ab. Investoren sollten hier besonders auf die Dynamik bei Unified SASE und Security Operations achten, die zusammen bereits 36 % der Buchungen ausmachen.
Dennoch wächst das traditionelle Netzwerkgeschäft weiterhin moderat. Im Geschäftsjahr 2025 stiegen die Billings immer noch um starke 12 %. Die beiden anderen Bereiche erlebten jedoch eine enorme Beschleunigung. Unified SASE konnte im Vergleich zum Vorjahr um starke 24 % zulegen und im vierten Quartal sogar 40 % (YOY). Auf Sicht des Gesamtjahres wurden bei Security Operations ein Wachstum von 22 % beiden Billings erreicht. Jedoch lief es hier im vierten Quartal deutlich schlechter, das lediglich 6 % Wachstum beisteuern konnte.
Der Fokus auf SASE und SecOps ist für die Profitabilität wichtig, da es sich hierbei verstärkt um softwarebasierte Abonnements handelt, die für wiederkehrende und planbare Umsätze sorgen. Fortinet gelingt es hierbei, seine riesige installierte Basis an Bestandskunden für diese modernen Lösungen zu gewinnen (Cross-Selling). Das Unternehmen transformiert sich also erfolgreich von einem reinen Hardware-Anbieter hin zu einem breit aufgestellten Cybersicherheits-Giganten, der vom Megatrend der Cloud-Sicherheit und KI-gestützten Abwehr profitiert und damit unabhängiger von zyklischen Hardware-Erneuerungen wird.

Quelle: Fortinet Q4 2025 Presentation
Ausblick Fortinet
Der Ausblick auf die kommenden Jahre zeichnet das Bild eines Unternehmens, das sich auf einem nachhaltigen und hochprofitablen Wachstumspfad befindet. Für das Gesamtjahr 2026 konkretisiert Fortinet seine Erwartungen mit einem geplanten Umsatz zwischen 7,5 und 7,7 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von etwa 14 % entspricht. Bei den Billings wird ein Zielkorridor von 8,4 bis 8.6 Milliarden US-Dollar angestrebt. Bemerkenswert ist dabei die Prognose für die operative Marge, die bei etwa 35,5 % liegen soll.
Noch spannender für langfristige Anleger ist jedoch die mittelfristige Strategie der nächsten 3-5 Jahre. Fortinet setzt sich hier ehrgeizige Ziele: Sowohl der Umsatz als auch die Billings sollen jährlich im zweistelligen Bereich (>12 % CAGR) wachsen. Dabei plant das Management, die operative Marge konstant auf einem hohen Niveau von über über 30 % zu halten. Das Ziel ist es, dauerhaft die sogenannte „Rule of 40“ zu übertreffen. Diese summiert Umsatzwachstum und Marge und sollte bei stark wachsenden Unternehmen über 40 % liegen. Fortinet strebt sogar einen Wert von über 45 % an. Durch die Konzentration auf die Wachstumsfelder Unified SASE und SecOps positioniert sich Fortinet als ein Unternehmen, das schneller als der Markt wachsen und gleichzeitig zu den profitabelsten Akteuren der gesamten Softwarebranche gehören will.

Quelle: Fortinet Q4 2025 Presentation
Fundamentale Bewertung Fortinet
In der Vergangenheit war Fortinet an der Börse stets als dynamisches Wachstumsunternehmen bewertet. Dank hohen Wachstumsraten von 20 % und mehr, wurde der Aktie ein KGV von teilweise weit über 50 zugestanden. Wie wir zuvor gesehen haben wird ein Wachstum bei Fortinet im Bereich von etwa 12 % erwartet. Dank des weiteren hohen Wachstums, der hohen Profitabilität, der Stabilität des Geschäftsmodells und einer blitzsauberen Bilanz halte ich ein bereinigtes KGV im Bereich von 25 bis 30 für angemessen. Andere Unternehmen der Peer-Group haben wesentlich höhere Bewertungen und sind bei weitem noch nicht profitabel.
Aktuell liegt der bereinigte KGV bei 28,6 und damit halte ich die Aktie für fair bewertet. Für die Entwicklung des fairen Werts, habe ich in der Grafik ein bereinigtes KGV von 27,5 angesetzt. Nach den vorliegenden Analystenschätzungen wäre eine Rendite von knapp 10% bis Ende 2028 möglich. Diese Schätzungen sind jedoch deutlich pessimistischer als die von Fortinet genannten Zahlen und umfassen wie in der Grafik zu erkennen ein relativ breites Spektrum. Insgesamt denke ich notiert die Aktie von Fortinet in etwa zu ihrem fairen Wert und aus fundamentaler Sicht spricht nichts gegen einen Kauf.

Quelle: aktienfinder.net
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Technische Analyse Fortinet
Im langfristigen Monatschart befindet sich die Aktie von Fortinet seit ihrem IPO in einem stabilen Aufwärtstrend. Dieser zeichnete sich durch impulsive Aufwärtsbewegungen gefolgt von langsamen Korrekturen bzw. Seitwärtsphasen aus. Insbesondere im Zuge der Coronapandemie konnte konnte die Fortinet Aktie ihr Wachstum beschleunigen. Seit 2022 geht es nun etwas gemächlicher zu und wie wir gesehen haben, ist auch die fundamentale Bewertung wieder in einem angemessenen Bereich. Seit September 2025 steckt die Aktie in einer Seitwärtsphase fest, die knapp oberhalb einer starken Unterstützungszone verläuft. Die Unterstützungszone zwischen 70 und 80 US-Dollar sollte nach Möglichkeit nicht unterschritten werden. Die nächste große Unterstützungszone liegt erst wieder im Bereich von 50 US-Dollar. Hier verläuft auch die langfristige Aufwärtstrendlinie, so dass spätestens dieser Bereich als Boden in einem möglichen starken Abverkauf im Gesamtmarkt dienen sollte.

Quelle: tradingview.com
Im Tageschart fällt als erstes die große Gap auf, die weiterhin offen ist. Diese entstand im vergangenen August nach schwachen Quartalszahlen. Seitdem läuft die Aktie zwischen 75 und 90 US-Dollar in einer Seitwärtsphase. Hier wird es entscheidend sein in welche Richtung der finale Ausbruch erfolgt. Ein bullisches Signal wäre ein Anstieg über die Oberkante der Seitwärtsphase bei 90 US-Dollar und ein schließen der Gap. In diesem Fall wäre davon auszugehen den langfristigen Aufwärtstrend direkt fortzusetzen. Ein bearisches Signal wäre ein Bruch der Unterstützung bei 70 US-Dollar. In diesem Szenario ist von tieferen Kursen auszugehen. Der langfristige Aufwärtstrend ist jedoch auch dann noch nicht gefährdet.

Quelle: tradingview.com
Fazit zur Fortinet Aktie
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich Fortinet erfolgreich von einem reinen Hardware-Spezialisten zu einem ganzheitlichen, KI-getriebenen Sicherheits-Ökosystem transformiert hat. Die Integration von KI ist hierbei kein bloßes Marketingversprechen für die Aktie, sondern der entscheidende Treiber für die Effizienz der Security Operations. Das Unternehmen verfügt durch seine proprietäre Chip-Technologie und das einheitliche Betriebssystem über einen massiven wirtschaftlichen Burggraben, der es ermöglicht, komplexe Sicherheitsanforderungen deutlich performanter zu lösen als die Konkurrenz. Fundamental scheint die Aktie fair bewertet zu sein und auch aus technischer Sicht könnte mit einem Anstieg über 90 US-Dollar ein erstes Kaufsignal generiert werden. Ich persönlich bin bereits länger investiert und werde meine Position langfristig halten. Außerdem könnte ich mir vorstellen bei einem Anstieg über 90 US-Dollar einen kleinen Nachkauf zu tätigen.
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